Ein Leben auf der Bühne, den Applaus der Massen in den Ohren, strahlende Gesichter vor den Augen – wer die darstellenden Künste als Handwerk gewählt hat, der lebt von den Momenten des Rummels, jenen Augenblicken, die das validieren, wofür man wochen-, gar monatelang gearbeitet hat. Doch während der Krise sind es genau diese Aktivitäten, die als Erstes den Folgen der Pandemie zum Opfer fallen. Social Distancing, Lockdown und Ausgangsverbot sind die Feinde jeglicher Form von Kultur, das spürt auch Deborah Lotti. Die Tänzerin arbeitet und lebt in Paris und zählt aktuell die Tage bis zum Ende des am vergangenen Freitag angelaufenen „reconfinement“. Vorerst bis zum 1. Dezember darf die 27-Jährige nicht mehr auf die Bühne, alternativ arbeiten geht im Tanzmilieu kaum. Fünf Tage nach der Verkündung von Macron erzählt die Luxemburgerin, wie Corona das Leben als Künstlerin beeinflusst und was es bedeutet, Teil einer Branche zu sein, die in Krisenzeiten oftmals als Erste leidet.
10.11.2020