Proteste

Repressionen in Weißrussland nehmen zu

In Weißrussland (Belarus) gehen die Proteste fast hundert Tage nach den mutmaßlich gefälschten Präsidentenwahlen unvermindert weiter. Das Regime Alexander Lukaschenkos hat die Schraube mehr und mehr zugedreht: Die Sicherheitskräfte haben das Recht auf den Schusswaffengebrauch zur Aufstandsbekämpfung bekommen, noch machen sie davon indes nur vereinzelt Gebrauch. Beide Seiten des ungleichen Kampfs wetzen sich dabei vor allem ab.

Die Machthaber in Minsk lassen hochgerüstete Sicherheitskräfte gegen Rentnerinnen und einfache Menschen aufmarschieren. Aufnahme von einer Protestkundgebung am 1. November in Minsk.

Die Machthaber in Minsk lassen hochgerüstete Sicherheitskräfte gegen Rentnerinnen und einfache Menschen aufmarschieren. Aufnahme von einer Protestkundgebung am 1. November in Minsk. Foto: Uncredited/AP/dpa

Aufnahmen eines augenscheinlich erschossenen Demonstranten von Sonntagabend konnten bisher nicht bestätigt werden. Offiziell kam es zu keinem neuen Todesopfer. Menschenrechtler sprachen am Montag von landesweit rund 1.300 Festnahmen alleine am Sonntag. Die Festnahmen erfolgten noch lange nach dem bereits 13. großen Protestmarsch in Minsk bis weit in die Nachtstunden hinein. Denn immer wieder kommt es nun neben den Großdemos in den Außenvierteln der Zwei-Millionen-Stadt zu lokalen Abendprotesten. Dazu kommen Kundgebungen in den Regionalzentren, die allerdings noch brutaler bekämpft werden als jene in Minsk. Dennoch gibt es vor allem um Minsk und im Westen des Landes immer noch Kleinstädte, in denen jedes Wochenende gegen Lukaschenko und für faire Neuwahlen demonstriert wird.

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