Der britische Politikwissenschaftler Colin Crouch beschrieb in seinem 2005 erschienenen Buch „Postdemokratie“ (2008 in deutscher Übersetzung beim Suhrkamp Verlag) eine politische Entwicklung, in der demokratische Institutionen, Wahlen, Parlamente, Meinungsfreiheit formal intakt bleiben, während ihre substanzielle Funktion zunehmend erodiert. In der Postdemokratie wird Politik nicht mehr durch offene Debatte und Partizipation bestimmt, sondern durch das strategische Management öffentlicher Meinung: durch Lobbyismus, PR-Agenturen, technokratische Eliten und vor allem durch medial wirksame Inszenierung.
15.07.2025