Sozialdialog
Renten, Sonntagsarbeit, Öffnungszeiten: Zweite Verhandlungsrunde zwischen Regierung und Sozialpartnern hat begonnen
Wenn Regierung und Sozialpartner sich am Montag zum zweiten Mal im Staatsministerium treffen, soll eingehender über die Rentenreform diskutiert werden als vergangene Woche. Die UEL wünscht sich ein Gesamtpackage und stellt das exklusive Recht der Gewerkschaften zur Verhandlung von Kollektivverträgen weiterhin in Frage. Dabei waren Regierung und Gewerkschaften sich am Mittwoch einig geworden, dass dieses Recht erhalten bleiben soll.
Am Montag um 14 Uhr hat die zweite Verhandlungsrunde begonnen. Foto: Editpress/Julien Garroy
Am Montag um 14 Uhr hat im Staatsministerium die zweite der von CSV-Premierminister Luc Frieden nicht Tripartite genannten Verhandlungsrunden zwischen Regierung und Sozialpartnern begonnen. Am vergangenen Mittwoch hatten CSV und DP sich nach elfstündigen Diskussionen darauf einigen können, den Gewerkschaften weiterhin das exklusive Recht zu gewähren, mit den Unternehmensleitungen Kollektivverträge zu verhandeln. Auch die Inhalte der Kollektivverträge sollten nicht abgeschwächt werden. Der Unternehmerdachverband UEL, der in den vergangenen Monaten wiederholt verlangt hatte, das Gesetz dahingehend zu ändern, dass beispielsweise die Arbeitszeitorganisation künftig auch in Betriebsvereinbarungen zwischen Direktion und Personalvertretung ohne Gewerkschaften ausgehandelt werden kann, ist mit der Entscheidung der Regierung vom Mittwoch nicht einverstanden. Vor der Versammlung am Montag wiederholte UEL-Präsident Michel Reckinger erneut, für ihn seien die Diskussionen über die Kollektivverträge noch nicht abgeschlossen, weil sie Teil des „Gesamtpakets“ seien, über das verhandelt wird. Für Reckinger gehört zu diesem Paket neben den Kollektivverträgen auch die Rentenreform – genau wie die übrigen vier Punkte auf der Tagesordnung: Sonntagsarbeit und Öffnungszeiten im Einzelhandel, Arbeitszeitorganisation und Mindestlohn. Der UEL gehe es vor allem darum, eine Einigung „um Constat“ zu erzielen, dass das Land „weiterentwickelt“ und der „Reformstau“ beseitigt werden müsse, sagte Reckinger.