Pressekonferenz

Drohnen am Findel: Regierung will Herkunft der Flugobjekte nicht kommentieren

Drohnen haben am Freitagabend den Luxemburger Flughafen für mehrere Stunden lahmgelegt. Woher kamen die Geräte? Die Regierung will am Donnerstagmorgen Informationen vorlegen.

Guy Bley, Yuriko Backes (DP), Léon Gloden (CSV) und Luc Frieden (CSV) bei der Pressekonferenz zu den Drohnensichtungen

Guy Bley, Yuriko Backes (DP), Léon Gloden (CSV) und Luc Frieden (CSV) bei der Pressekonferenz zu den Drohnensichtungen Foto: Editpress/Julien Garroy

Premierminister Luc Frieden (CSV), Verteidigungs- und Transportministerin Yuriko Backes (DP), Innenminister Léon Gloden (CSV) und Guy Bley, Hoher Kommissar für nationale Sicherheit: Die Luxemburger Regierung hat für Donnerstagmorgen zur Pressekonferenz eingeladen. Die Riege will die Öffentlichkeit über die Ereignisse der vergangenen Woche informieren. In der Nacht von Freitag auf Samstag hatten Sichtungen von unidentifizierten Drohnen den Flugverkehr am Findel für mehrere Stunden zum Erliegen gebracht.

Zwei Tage zuvor waren unbemannte Flugobjekte bereits über Medernach aufgetaucht. Die Regierung hatte kurzfristig die interministerielle Bewertungszelle „Drohnen“ zusammen, die vom Hochkommissariat für nationalen Schutz (HCPN) präsidiert wird. Laut Tageblatt-Informationen geht die Regierung mittlerweile davon aus, dass die Drohnen in Luxemburg gestartet wurden. Ein Experte hatte das gegenüber unserer Zeitung bereits zuvor vermutet.

Wie das Tageblatt bereits im Vorfeld aus gut unterrichteten Kreisen in Erfahrung bringen konnte, geht man im Staatsministerium auch nicht davon aus, dass irgendwelche Jugendliche sich einen Streich erlaubt haben.

Mehr Ausrüstung für die Abwehr

„Heute kann ich sagen: Es bestand keine Gefahr für die Population“, sagt Frieden auf der Pressekonferenz am Donnerstagvormittag. Es habe sich nicht um kleine Drohnen für Privatbesitzer gehandelt, sondern um größere Geräte, die „nicht einfach in einem Geschäft“ gekauft werden könnten.

Luxemburg besitze „Ausrüstung“ für solche Fälle – werde aber nochmals nachlegen. Zusätzlich habe man Hilfe aus Belgien und Frankreich erhalten. Weitere Detektionsgeräte sollen anders als geplant nicht erst 2027, sondern bereits dieses Jahr gekauft werden. Um was für Equipment es sich genau handle, könne man aber nicht verraten.

Zweimal größere Drohnen über Medernach gesichtet

Die Polizei habe das HCPN kontaktiert, nachdem erstmals größere Drohnen bei Medernach gesichtet worden waren, fasst Bley die Ereignisse zusammen. Zweimal seien zwischen Dienstag und Freitag Drohnen entdeckt worden. Dann sei die interministerielle Bewertungszelle „Drohnen“ zusammengerufen worden, die bisher neunmal getagt habe. Die besteht aus Staatsministerium, Verteidigungsministerium, Innenministerium, Mobilitätsministerium, Polizei, Armee, „Administration de la navigation aérienne“ (ANA), „Direction générale de l’Aviation civile“ (DAC), Luxairport, Institut luxembourgeois de régulation (ILR), Service de renseignement de l’État (SRE) und dem HCPN.

„Es handelte sich um eine illegale und böswillige Verletzung unseres Luftraums“, unterstreicht Bley. Ob eine Gefahr für die Menschen in Luxemburg bestanden hat, ist trotzdem nicht ganz klar. Die Regierung konnte keine Informationen darüber teilen, ob es sich um „Multicopter“-Drohnen – also Drohnen mit mehreren Rotoren für den Auftrieb – oder „Winged“-Drohnen handelte, die mit starren Flügeln ausgerüstet sind. Auch darüber, ob die Geräte bewaffnet waren, gibt es keine Erkenntnisse.

ANA-Direktor Andrea Drescher erklärte, dass die Drohnen, die den Flughafen lahmgelegt haben, tatsächlich die Positionslichter angeschaltet hatten. Sie seien „visuell“ detektiert worden.

Die Herkunft der Drohnen will die Regierung nicht kommentieren. Die Analysen laufen gerade noch, sagt Frieden. Man wolle nicht kommunizieren, wenn es keine klaren Fakten gebe. Es sei hingegen klar, dass keine Privatperson verantwortlich sein könne.

Flughafen immer gefährdet

Der Flughafen sei die einzige kritische Infrastruktur, die bei einer Drohnensichtung immer beeinträchtigt sei, sagt Bley vom HCPN. Ein Krankenhaus könne seinen Betrieb aufrechterhalten, wenn eine Drohne darüber fliege. Ein Flughafen sei in dieser Hinsicht hingegen sehr gefährdet. Flugzeuge könnten dann notgedrungenermaßen nicht mehr landen und starten.

„Wenn man eine Drohne neutralisiert, dann ist das Risiko am Boden sehr groß“, sagt Premierminister Frieden. „Das ist eine Abwägung, die gemacht werden muss.“ Man könne nicht einfach auf eine Drohne schießen, sie könnte beim Absturz Menschen verletzen.

1 Kommentare
Drohnenhysterie 24.09.202613:05 Uhr

Blablabla! Warum nicht einfach zugeben dass sie keine Ahnung haben? Sie wissen nicht was sie tun sollen. Lächerlich.

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