Für knapp eine Stunde
Drohnensichtungen legen am Montagabend erneut den Flughafen lahm
Erneuter Drohnenalarm am Findel: Am Montagabend musste der Flugverkehr am Flughafen Luxemburg für knapp eine Stunde komplett eingestellt werden.
Drohnen sorgten am Montagabend erneut am Flughafen für Chaos Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Schon wieder Drohnenalarm am Findel: Am Montagabend wurde der Flugverkehr am Flughafen Luxemburg für knapp eine Stunde wegen Drohnensichtungen in „unmittelbarer Nähe“ unterbrochen. Das teilte Luxairport am späten Montagabend mit. Zwischen 21.38 und 22.30 Uhr waren keine Starts und Landungen möglich.
„Weitere Informationen werden bekannt gegeben, sobald sie vorliegen“, heißt es weiter. Genaueres über den Vorfall ist bisher nicht bekannt.
Visuelle Sichtung
Die Drohnen wurden wahrscheinlich visuell gesichtet, sagte der Head of Operations von Luxair, Daniel Colling am Dienstagmorgen gegenüber RTL. Daraufhin sei die Standardprozedur bei einer solchen Bedrohung aktiviert worden: Der Flughafen wird geschlossen und eine halbe Stunde, nachdem die letzte Bedrohung erkannt wurde, wieder geöffnet.
Flüge hätten am Montagabend keine umgeleitet werden müssen, sagte Colling. Ein Flug aus Pescara hätte allerdings ein paar Warteschleifen drehen müssen. Bei allen anderen sei die Geschwindigkeit reduziert worden, so dass sie mit Verspätung in Luxemburg ankamen.
Die Drohnen stellen laut Colling keine Sicherheitsgefahr dar. Allerdings seien die operationellen Konsequenzen enorm. Die Sperrung am Freitag hätte die Luxair mehrere 100.000 Euro gekostet. Die Folgen seien wegen der Umleitungen auch noch am Folgetag zu spüren gewesen.
Die Notfallprozeduren würden indes gut laufen, sagte Colling. Einzig: „Was man vielleicht noch verbessern kann, ist natürlich, wie wir die Bedrohung schneller beseitigen können.“
Keine Gefahr
„Von diesen Drohnen geht absolut keine direkte Gefahr für die Bevölkerung aus“, sagte der Chef des Generalstabs der Armee, Steve Thull, am Dienstagmorgen gegenüber 100,7. Die Drohnen, die bisher in Europa in der Nähe von Flughäfen gesichtet worden sind, seien alle unbewaffnet gewesen. Der Vorfall in Leipzig mit der Sprengdrohne sei an einem konkreten Ort mit logistischer Infrastruktur passiert.
Die Armee selbst habe bisher nicht operationell eingreifen müssen. Die Polizei besitze ausreichende „spezifische Mittel“. Wie diese aussehen, sei allerdings geheim. Die Armee prüfe allerdings für die Zukunft, wie sie ihre Ausrüstung ergänzen und aufrüsten kann. „Heutzutage in der modernen Kriegsführung kommt man nicht mehr ohne Drohnen aus.“ Auch gebe es bereits Systeme für die Detektion und Abwehr von Drohnen. Derzeit werde geprüft, wie dieses ausgebaut werden kann.
Hinweise auf die Hinterleute gebe es bisher keine. Aber: „Ich würde das im Rahmen dessen sehen, was wir auch im Ausland beobachten“, sagte Thull.
Dritter Vorfall innerhalb einer Woche
Luxemburg erlebt eine Welle von Drohnenalarmen. Premierminister Luc Frieden (CSV) hatte am Donnerstag aufgrund mehrerer Drohnensichtungen im Luftraum in der Region Medernach ein interministerielles Beratungsgremium „Drohnen“ zusammengerufen.
Am Freitagabend legten unbekannte, mit bloßem Auge gesichtete Drohnen den Luxemburger Flughafen lahm, was zur Umleitung von 19 Flügen und zur Beeinträchtigung von über 1.800 Passagieren führte. Während sich die Öffentlichkeit bereits über Social-Media-Videos und Flugdaten informierte, reagierten die Behörden nur zögerlich mit offiziellen Bestätigungen.