Nach Sperrung des Flughafens

Mit bloßem Auge: Regierung bestätigt Drohnensichtungen – und sonst nur wenig

Die Regierung hat die Drohnen bestätigt und wenig sonst. Wer sie hätte vom Himmel holen dürfen, blieb offen. Wie sie entdeckt wurden, wollte der Premier nicht sagen. Zwei Stunden später stand es zumindest in der Mitteilung seiner eigenen Krisenzelle.

Am Samstagmorgen waren am Findel keine Drohnen mehr zu sehen

Am Samstagmorgen waren am Findel keine Drohnen mehr zu sehen Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Der Termin kam kurzfristig. Um 11.12 Uhr kündigte das Staatsministerium den Point de presse per Nachricht an, angesetzt war er für 11.45 Uhr. Wer rechtzeitig kommen wollte, hatte 33 Minuten.

Im Hof des Staatsministeriums traten Premierminister Luc Frieden (CSV), Verteidigungs- und Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP) und Innenminister Léon Gloden (CSV) bei strahlendem Sonnenschein vor die Presse. Anlass war die Sperrung des Findel am Freitagabend. Unbekannte Drohnen hatten den Flugbetrieb für mehrere Stunden gestoppt. 19 Flüge wurden umgeleitet, 17 davon von Luxair. Dazu kamen eine Maschine der KLM aus Amsterdam und eine der Air Dolomiti aus Frankfurt. Allein bei Luxair waren mehr als 1.800 Reisende betroffen. Nach zwei Inspektionen lief der Betrieb gegen 1.20 Uhr wieder an.

Luxemburg sei mit einem neuen Phänomen konfrontiert, sagte Frieden. Man kenne es aus dem Ausland, im Land selbst habe es das bisher nicht gegeben. Die Regierung nehme die Lage sehr ernst. Grund zur Panik bestehe nicht. Die Sicherheitsbehörden hätten richtig reagiert. Es handle sich wohl um größere Drohnen, sagte Frieden. Ob sie bewaffnet gewesen seien, könne er nicht bestätigen.

Abgefangen wurde keines der Flugobjekte. Das bestätigte Innenminister Gloden auf Nachfrage von Journalisten.

Wir gehen heute nicht auf die sicherheitsrelevanten Fragen ein, unsere Dienste arbeiten alle gut zusammen.

Luc Frieden

Premierminister

Keine Antwort auf die Kernfrage

Wer ist in Luxemburg überhaupt befugt, eine Drohne zu stören oder abzuschießen? Auf die Frage des Tageblatt antwortete Frieden zunächst, das hänge von der Situation ab. Auf die Nachfrage, welche Behörde zuständig sei, sagte der Premier: „Wir gehen heute nicht auf die sicherheitsrelevanten Fragen ein, unsere Dienste arbeiten alle gut zusammen.“

Gegenüber L’essentiel hatte ein Sprecher der Armee im Oktober 2025 erklärt, die Armee sei nicht mit der regulären Überwachung des Luftraums beauftragt. Sie habe in der Regel auch keine Befugnis, gegen nicht autorisierte Flugobjekte vorzugehen.

Am Samstagnachmittag veröffentlichte die interministerielle Bewertungszelle „Drohnen“ ihren Lagebericht. Darin steht, die Drohnen seien im Luftraum über dem Findel visuell gesichtet worden. Von technischer Detektion ist keine Rede.

Der Luftraum sei als Vorsichtsmaßnahme und gemäß den geltenden Sicherheitsprotokollen unverzüglich geschlossen worden, heißt es weiter. Zwei Inspektionen hätten ein unmittelbares Risiko für die Flugsicherheit ausgeschlossen.

Abwehrprojekt seit Mai ohne Ergebnis

Im Mai hatte die Regierung in der Verteidigungskommission der Chamber ein Projekt zur Drohnenabwehr eingeräumt. Damals war von einer Studienphase die Rede und von geschätzten Kosten um 50 Millionen Euro. Angaben zur Ausrüstung gab es nicht.

Auf die Tageblatt-Frage nach dem Ergebnis dieser Studie nannte Backes am Samstag kein Ergebnis. Das Hohe Kommissariat für den nationalen Schutz koordiniere die Zusammenarbeit, sagte sie. Man stelle sich kontinuierlich besser auf, bei der Polizei wie bei der Armee. Das laufe.

Der Flughafen entschied selbst

Die Schließung des Findel bezeichnete Frieden als präventive Maßnahme. Entschieden habe sie der Flughafen nach seinen eigenen Prozeduren. Backes sagte, der Vorfall zeige, warum die Verbündeten intensiv daran arbeiteten, ihre kritische Infrastruktur widerstandsfähig zu machen.

Frieden verwies auf Vorfälle in den Nachbarländern. Man sei im Kontakt mit der NATO und berate sich mit verbündeten Staaten. In Deutschland hatten Behörden nach einem Zwischenfall am Flughafen Leipzig-Halle von hybriden russischen Angriffen gesprochen. Für solche Vorwürfe sei es in Luxemburg noch zu früh, sagte Frieden.

Der Findel ist mehr als ein ziviler Flughafen. Er ist an das zentraleuropäische Pipelinesystem der NATO angeschlossen, über das auch sein Kerosin kommt. Luxemburg hält sechs Stellplätze für Großraumflugzeuge des Bündnisses vor. Im Fall einer schweren Krise hat die militärische Nutzung des Findel absoluten Vorrang vor der zivilen.

Zwei Tage vor dem Vorfall am Findel waren in der Region Medernach mehrere unidentifizierte Drohnen gesichtet worden. Ob ein Zusammenhang besteht, ist weiterhin offen.

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2 Kommentare
Nomi 19.09.202616:08 Uhr

Firwaat ass d'"NAMSA", Heerenbierg an WSA net um Google Earth verpixelt ??????

Drohnenhysterie 19.09.202615:54 Uhr

Was wenn Ukrainische Agenten diese Flugobjekte über dem Flughafen eingesetzt haben um die Schuld auf die unschuldigen Russen zu lenken damit die Unterstützung der korrupten Ukraine nicht zurückgefahren wird!?.....

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