In der Nacht zu Samstag

Drohnen legen Findel lahm – mehr als 1.800 Reisende betroffen

Mehr 1.800 Reisende waren von der vorübergehenden Sperrung des Findel wegen Drohnensichtungen betroffen. Am Samstagmorgen kommt die interministerielle Bewertungszelle „Drohnen“ erneut zusammen.

Drohnen in der Nähe des Flughafens legten am Freitagabend den Flugbetrieb lahm

Drohnen in der Nähe des Flughafens legten am Freitagabend den Flugbetrieb lahm Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Mehr als 1.800 Reisende waren am Freitagabend von der vorübergehenden Schließung des Luxemburger Flughafens betroffen. Nachdem nicht autorisierte Drohnen in der Nähe des Findel festgestellt worden waren, musste der Flugbetrieb zeitweise eingestellt werden. Allein Luxair musste 17 Flüge, die auf dem Weg nach Luxemburg waren, auf andere Flughäfen umleiten.

Köln/Bonn bis Paris anstatt Findel

Die Maschinen landeten stattdessen in Köln/Bonn, Brüssel, Frankfurt-Hahn, Liège, Paris-Charles de Gaulle, Basel und Straßburg. Nach der Wiedereröffnung des Flughafens konnten elf der umgeleiteten Flüge ihre Reise nach Luxemburg fortsetzen.

Für andere Passagiere organisierte Luxair den Weitertransport auf dem Landweg. Das betraf unter anderem Reisende aus München, deren Flug nach Köln/Bonn umgeleitet worden war, sowie Passagiere aus Wien und Mailand. Die Passagiere eines aus Berlin kommenden und nach Brüssel umgeleiteten Fluges sollen nach einer Übernachtung am Samstag mit dem Bus nach Luxemburg gebracht werden. Für Reisende aus Faro und Rom, deren Maschinen in Paris beziehungsweise Basel landeten, wurde ebenfalls eine Übernachtung organisiert.

Auch am Samstag rechnet Luxair noch mit Auswirkungen auf den Flugplan. Flugzeuge und Besatzungen müssten zunächst neu positioniert werden, bevor der reguläre Betrieb schrittweise wiederhergestellt werden könne. Betroffene Passagiere sollen von der Fluggesellschaft über Änderungen informiert werden und werden gebeten, vor der Fahrt zum Flughafen den Status ihres Fluges zu überprüfen.

Bewertungszelle kommt erneut zusammen

Unterdessen kommt am Samstagmorgen die interministerielle Bewertungszelle „Drohnen“ zusammen. Das teilen die Behörden mit. Das Gremium soll die Lage nach den Sichtungen vom Freitagabend bewerten.

Die Bewertungszelle bringt Vertreter der zuständigen Verwaltungen und Dienste aus den Bereichen Sicherheit, Schutz des Hoheitsgebiets und Überwachung des Luftraums zusammen. Weitere Angaben zu den gesichteten Drohnen machten die Behörden am Samstagmorgen zunächst nicht. Unklar ist weiterhin, woher die Drohnen kamen und wer sie gesteuert haben könnte.

Bereits zwei Tage zuvor hatte ein anderer Drohnenvorfall die Behörden beschäftigt. In der Region Medernach waren mehrere unidentifizierte Drohnen gesichtet worden. Premierminister Luc Frieden (CSV) hatte daraufhin die interministerielle Bewertungszelle „Drohnen“ einberufen.

Nach den Sichtungen bei Medernach hieß es vonseiten des „Haut commissariat à la protection nationale“ (HCPN), es sei noch zu früh, um Schlussfolgerungen zu ziehen. Die Behörden würden die verfügbaren Informationen sammeln und überprüfen und dabei auch mit ausländischen Partnern zusammenarbeiten.

Ob zwischen den Drohnensichtungen bei Medernach und jenen am Freitagabend in der Nähe des Flughafens ein Zusammenhang besteht, ist derzeit nicht bekannt.

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