Nach Ministerial-erlass

Entscheidung des Verwaltungsgerichtes: Wilmes bleibt suspendiert

Philippe Wilmes bleibt weiterhin suspendiert. Das hat das Verwaltungsgericht entschieden und die Berufung des Orthopäden abgelehnt.

Philippe Wilmes wird vorgeworfen, Operationen durchgeführt zu haben, die medizinisch nicht indiziert gewesen seien

Philippe Wilmes wird vorgeworfen, Operationen durchgeführt zu haben, die medizinisch nicht indiziert gewesen seien Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Philippe Wilmes wird vorerst nicht an den OP-Tisch zurückkehren können. Das Verwaltungsgericht hat der Berufung von Wilmes Anwälten demnach nicht stattgegeben, der Orthopäde bleibt vorerst suspendiert. Wie das Anwaltsteam in einer Pressemitteilung schreibt, habe das Gericht eines der nötigen Kriterien, das Vorliegen eines schwerwiegenden und irreversiblen Schadens, als nicht gegeben erachtet.

„Das Gericht hat erwogen, dass der materielle Schaden nicht unmittelbar seinen Ursprung in dem streitgegenständlichen Ministerialerlass vom 20. April 2026 hat, sondern in der Entscheidung der Hôpitaux Robert Schuman vom 17. März 2026, den Zulassungsvertrag des Betroffenen zu kündigen“, heißt es in dem Schreiben. Die Anwälte des beschuldigten Orthopäden erinnern zudem daran, dass die Entscheidung des Gerichtes kein Urteil darüber sei, ob die von Wilmes durchgeführten Operationen tatsächlich notwendig waren oder nicht. Im Februar scheiterte bereits ein erster Eilantrag gegen die von der Gesundheitsministerin Martine Deprez (CSV) erlassene Suspendierung.

Rückblick

Philippe Wilmes wurde am 22. Januar von Gesundheitsministerin Martine Deprez (CSV) suspendiert und darf seitdem keine chirurgischen Eingriffe mehr an Patienten vornehmen. Zwei Tage zuvor hatten die HRS ihm bereits sein „Agrément“ entzogen. Seine Berufung gegen die ursprüngliche Suspendierung wurde ebenfalls zurückgewiesen. Philippe Wilmes wird vorgeworfen, dass bei von ihm durchgeführten Kreuzbandoperationen an den Knien von Patienten Abweichungen zwischen Anamnese, klinischer Untersuchung, präoperativer Bildgebung und gewählter Operationsmethode festgestellt wurden. Er soll darüber hinaus Operationen zur Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes durchgeführt haben, die medizinisch nicht indiziert gewesen seien.

Nachdem Martine Deprez die ursprüngliche Suspendierung von drei Monaten auf insgesamt zwei Jahre ausgeweitet hatte, berief Philippe Wilmes eine Pressekonferenz ein, auf der er darzulegen versuchte, dass es sich bei den gegen ihn vorgebrachten Vorwürfen um eine politische Verschwörung handele. Wilmes saß bei den Koalitionsverhandlungen für die DP mit am Tisch, sein Bruder Serge Wilmes kam beim Regierungswechsel für die CSV zu Ministerehren. Philippe Wilmes und sein Anwaltsteam lassen sich von Apollo Strategies, einem auf Krisenkommunikation spezialisierten Beratungsunternehmen, begleiten.

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Eurobarometer-Umfrage

Insgesamt zufrieden: Luxemburger blicken mit Zuversicht in die Zukunft

PFAS

Chamber-Kommissionen diskutieren über Ewigkeitschemikalien