Affäre Wilmes
Einheit statt politischer Grabenkämpfe: Begründeter Verdacht überwiegt mögliche Formfehler
Der Fall Wilmes hat am Montagnachmittag die Gesundheitskommission der Chamber beschäftigt. Der Verdacht einer „politischen Intrige“, wie von der Verteidigung des suspendierten Arztes hervorgebracht, kann ad acta gelegt werden.
Gesundheitsministerin Martine Deprez stand der Chamber-Kommission in der Affäre Wilmes Rede und Antwort Foto: Editpress/Julien Garroy
Seit der Sitzung der Gesundheitskommission im Parlament am Montagnachmittag ist eines klar: In den Gängen der Chamber war nicht der Hauch einer „politischen Intrige“ zu vernehmen. Die Anwälte des suspendierten HRS-Chirurgen Philippe Wilmes werden ihre Verteidigungsstrategie daher überdenken müssen. Die „Affäre Wilmes“ hat weniger politische Grabenkämpfe aufgerissen, als vielmehr eine außergewöhnliche Einigkeit der Chamber-Parteien heraufbeschworen. Denn es ist äußerst selten, dass sich Opposition und Mehrheitsparteien gleichermaßen hinter die Entscheidung einer Ministerin stellen – zumal dann nicht, wenn mögliche prozedurale Fehler ebenjener Ministerin nicht vollumfänglich ausgeschlossen werden können. Der Versuch der Verteidigung, die „Affäre Wilmes“ in der Öffentlichkeit als „Affäre Deprez“ darzustellen, läuft damit vorerst ins Leere.