US-Justiz
Was über Luc Frieden in den Epstein-Akten steht
Das US-Justizministerium hat erneut Millionen Seiten neuer Dokumente zum Fall des verurteilten Sexualstraftäters freigegeben. Darin taucht auch der Name des heutigen luxemburgischen Premiers auf – und der fiese Kommentar eines royalen Gastes.
Premierminister Luc Frieden (CSV) vergangene Woche beim Gipfeltreffen der Nordsee-Anrainerstaaten in Hamburg Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Premierminister Luc Frieden (CSV) steht in den Epstein-Akten. Klingt skandalös, ist es aber nicht. Vor wenigen Tagen hat das US-Justizministerium erneut Millionen Seiten neuer Dokumente freigegeben, die weitere Einblicke in das Umfeld des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein geben, der 2019 in Untersuchungshaft starb. Die Akten dokumentieren Einladungen, Kontakte und E-Mail-Verkehr zwischen dem ehemaligen New Yorker Investmentbanker und unterschiedlichen Personen.
In einem Mailaustausch zwischen Epstein und der französischen Bankerin Ariane de Rothschild aus dem Jahr 2014 taucht auch der Name von Luxemburgs heutigem Premierminister auf. Laut dem Dokument plante Rothschild, sich Ende Februar 2014 in Luxemburg mit dem damaligen Ex-Finanzminister zum Mittagessen zu treffen. Auf ihre Frage „Irgendeine Meinung über ihn?“ antwortete Epstein jedoch nicht. Frieden war damals nach seiner Zeit als Regierungsmitglied einfacher Chamber-Abgeordneter, bevor er im September desselben Jahres als „Vice Chairman“ in der Londoner Niederlassung der Deutschen Bank anfing. Dieser berufliche Wechsel wird auch in einem zweiten Austausch zwischen Ariane de Rothschild und Jeffrey Epstein thematisiert. In einem Nebensatz einer Mail aus dem Juni 2014 erklärte die Bankerin: „Habe Luc Frieden gestern getroffen.“ Und weiter: „Er wiederholte, dass er im Vorstand sein wolle, aber noch mit der Deutschen Bank verhandle.“ Auch diese Aussagen kommentierte Epstein nicht.
Die Meinung einer gelangweilten Prinzessin
Ariane de Rothschild ist seit 2023 CEO der Schweizer Privatbank Edmond de Rothschild. 2016 war sie vorzeitig von ihrem Amt als Vorsitzende des Verwaltungsrats der luxemburgischen Tochtergesellschaft zurückgetreten. Eine Recherche des Wall Street Journal legte 2023 offen, dass sich de Rothschild mehr als ein Dutzend Mal mit Epstein getroffen hatte. Die Epstein-Akten belegen nun einen intensiven Austausch zwischen den beiden Bankern, der zwischen strategischen Überlegungen zu wichtigen Geschäften und privaten Details schwankt.
Seit dem 19. Dezember 2025 veröffentlicht das US-Justizministerium die Ermittlungsakten im Fall Jeffrey Epstein für alle einsehbar auf seiner Webseite. In den Akten tauchen immer wieder prominente Namen auf, darunter auch der amtierende US-Präsident Donald Trump. Aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen sind jedoch viele Stellen in den Akten geschwärzt.
Ein weiteres prominentes Luxemburger Paar wird ebenfalls in den neu veröffentlichten Akten erwähnt – wenn auch nur indirekt: Großherzog Guillaume (damals noch Erbgroßherzog) und seine Ehefrau Stéphanie de Lannoy. Deren Hochzeit im Oktober 2012 bezeichnete die Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen in einer E-Mail an Epstein als „langweilig“. Es sei „wie in einem alten Film“ gewesen, bei dem „die Figuren nicht mehr lange herumhängen“.