Medienbericht
AMMD unterschreibt keine neue Konvention mit der CNS
Die Schlichtung ist gescheitert, die Konvention läuft im Oktober aus. Damit braucht es nun eine großherzogliche Verordnung, welche die Regeln festlegt.
Dr. Chris Roller ist Präsident der AMMD Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Die Ärztevereinigung AMMD wird keine neue Konvention mit der Gesundheitskasse CNS unterzeichnen. Das teilte sie ihren Mitgliedern in einem Newsletter mit, wie RTL am Samstag berichtete. Damit laufen die Verträge zwischen Ärzten und Krankenkasse Ende Oktober aus.
Die Konvention legt fest, welche Leistungen Ärzte abrechnen dürfen und wie viel Geld sie dafür bekommen. Diese Konvention hatte die AMMD im Oktober 2025 gekündigt. Die alten Texte gelten noch bis Ende Oktober dieses Jahres. Bis dahin hätte ein neuer Vertrag stehen sollen.
Keine Bereitschaft zu größeren Reformen
Aus Sicht der AMMD funktioniert das System der liberalen Medizin strukturell nicht mehr. Es diene weder den Ärzten noch den Patienten, heißt es in dem Newsletter. Die Vereinigung fordert unter anderem mehr Möglichkeiten, medizinische Leistungen außerhalb des Krankenhauses anzubieten. Außerdem verlangt sie echte Verhandlungen über die Tarife und Tarife, die sich an den tatsächlichen Betriebskosten orientieren.
Bei der CNS habe sie keine Bereitschaft zu größeren Reformen erkannt, so die AMMD. Die Krankenkasse habe sich immer auf das bestehende Gesetz berufen. Am Ende habe sie einen Vertragstext vorgelegt, den die Ärztevereinigung so nicht unterschreiben wollte. Die AMMD kritisiert die Haltung der CNS als zu starr.
Auch die Schlichtung brachte nichts
Die Verhandlungen hatten am 18. Dezember 2025 begonnen. Nach der sechsten Sitzung am 18. März stellten beide Seiten fest, dass die Gespräche abgeschlossen sind. Die CNS setzte daraufhin neue Vertragstexte auf und schickte sie an die AMMD. Die Frist zur Unterschrift lief am 30. April ab. Weil die Ärztevereinigung nicht unterzeichnete, wurde ein Mediationsverfahren eingeleitet. Auch das ist nun gescheitert.
Damit tritt ein, was die CNS bereits im April angekündigt hatte: Die verbindlichen Regeln werden künftig vom Staat festgelegt, in letzter Instanz per großherzoglicher Verordnung. Bisher waren die Ärzte formell Partner der CNS gewesen. Künftig bestimmt der Staat Regeln und Bedingungen direkt.
Zukunft ungewiss
Von der Regierung erwartet die AMMD ebenfalls keine großen Reformen. Sie warte seit Langem auf die Umsetzung des Koalitionsabkommens. Die bisher vorgelegten Gesetzentwürfe gingen nicht weit genug oder schafften neue Probleme. Die Vereinigung hatte um ein Treffen mit dem Premierminister gebeten. AMMD-Präsident Chris Roller hatte dem Tageblatt Anfang April gesagt, ein für das Frühjahr angekündigter Termin bei Luc Frieden habe nie stattgefunden. Nach den Gesprächen mit der Regierung sei die AMMD zum Schluss gekommen, dass der politische Wille für die geforderten Reformen fehle.
Langfristig hält die AMMD das Reglement nicht für eine Lösung. Die Regierung müsse den Gesundheitssektor irgendwann grundlegend reformieren und ein Modell entwickeln, das ins 21. Jahrhundert passe. Weder eine vollständige Liberalisierung noch das jetzige System, in dem die CNS einseitig entscheide, seien dafür geeignet.
Kritik an der Kündigung kam zuletzt von der „Patiente-Vertriedung“. Der Verein warnte vor einer Zwei-Klassen-Medizin und vor höheren Eigenanteilen für Patienten.