Nach Kündigung der Konvention
Premierminister Frieden lehnt Gespräch mit Ärztevereinigung ab
Nach der Kündigung der Konvention mit der CNS drängt die Ärztevereinigung AMMD auf politische Reformen. Ein erhofftes Gespräch mit Premierminister Luc Frieden kommt jedoch vorerst nicht zustande.
Chris Roller ist enttäuscht über die Absage eines Gesprächs mit Premierminister Luc Frieden Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Premierminister Luc Frieden (CSV) hat ein Gespräch mit der Ärzte- und Zahnärztevereinigung AMMD abgelehnt. Das berichtet der Radiosender 100,7 am Montag. Die AMMD hatte Mitte Dezember erklärt, dass es nicht ausreiche, lediglich eine neue Konvention auszuhandeln. Aus Sicht der Ärztevereinigung seien darüber hinaus gesetzliche und politische Reformen notwendig. Vor diesem Hintergrund hatte die AMMD sowohl Premierminister Luc Frieden als auch Gesundheitsministerin Martine Deprez (CSV) um ein Gespräch gebeten, bevor weitere Verhandlungen aufgenommen werden.
Beim Präsidenten der AMMD, Chris Roller, stößt die Absage des Premiers auf Enttäuschung. Wie Roller gegenüber 100,7 erklärt, habe Frieden die Vereinigung am vergangenen Wochenende an die Gesundheitsministerin verwiesen. Dies sei jedoch aus Sicht der AMMD nicht zielführend. Ein Termin für ein Gespräch mit Ministerin Deprez steht bislang noch nicht fest. Nach Angaben von Chris Roller habe der Premier der AMMD lediglich vorgeschlagen, sich „einmal im Frühjahr“ zu treffen.
Die aktuelle Auseinandersetzung geht auf die Kündigung der Konvention mit der Gesundheitskasse CNS zurück. Diese hatte die AMMD Ende Oktober 2025 ausgesprochen. Die Ärztevereinigung fordert einen neuen gesetzlichen Rahmen für die liberale Medizin mit selektiver Konventionierung, Tarifautonomie sowie mehr Freiheit bei Praxisausstattung und Gesellschaftsgründungen. (DJ)