Folgen von Hitze und Dürre

Wie Temperaturen und Trockenheit die heimischen Fische belasten

In Luxemburgs Flüssen und Bächen zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels schon heute. Um Fischbestände zu schützen, setzt die Regierung vor allem auf Renaturierung.

Wenn die Temperaturen steigen, sinkt der Sauerstoffgehalt in den Flüssen und Bächen – mit Folgen für die Fische

Wenn die Temperaturen steigen, sinkt der Sauerstoffgehalt in den Flüssen und Bächen – mit Folgen für die Fische Foto: Editpress/Didier Sylvestre

Hohe Temperaturen und ausbleibende Regenfälle machen Luxemburgs Flüssen und Bächen zu schaffen – und damit auch dem heimischen Fischbestand. Das besorgt auch Umweltminister Serge Wilmes (CSV), wie einer Antwort auf eine parlamentarische Frage der beiden DP-Abgeordneten Gusty Graas und André Bauler zu entnehmen ist. Besonders die Gewässer im Ösling und im Westen des Landes sowie allgemein kleine Bäche würden sensibel auf die anhaltende Dürre reagieren, so der Umweltminister. „Neben niedrigen Wasserständen wurden Ende Juni auch außergewöhnlich hohe Wassertemperaturen gemessen“, so Wilmes. Weniger betroffen seien dabei Gewässer, die vom Sandstein-Aquifer gespeist werden, einer unterirdischen Gesteinsschicht, die große Mengen Grundwasser speichern und leiten kann. Dazu zählen Eisch, Mamer, Weiße und Schwarze Ernz.

Um Fische und andere Wasserorganismen zu schützen, hat die Regierung kurzfristige Schutzmaßnahmen ergriffen. So ist die Wasserentnahme aus Fließgewässern (mit Ausnahmen für Mosel und Trinkwasserversorgung) seit Juni verboten. Bei lokalen Verschmutzungen werden zudem punktuell Belüftungsanlagen eingesetzt, wenn der Sauerstoffgehalt kritisch absinkt.

Klimawandel verändert die Fischbestände

Das veränderte Klima hat schon heute Auswirkungen auf die heimischen Fischbestände. Besonders kälteliebende Arten, wie zum Beispiel Bachforellen, wandern in kühlere Oberläufe ab. Gleichzeitig profitieren wärmetolerante Arten von den veränderten Bedingungen. „Der Impakt des Klimawandels auf die Kaltwasserfische beschränkt sich nicht nur auf die Sommermonate“, sagt Wilmes, „auch im Winter können sich die Laichbedingungen durch mildere Temperaturen verschlechtern.“

In der andauernden extremen Hitzeperiode sieht die Regierung aktuell keine zusätzlichen Sofortmaßnahmen vor. Stattdessen verweist der Umweltminister auf die Pläne des „Renaturéierungsdësch“, der kürzlich 51 Maßnahmen für mehr Klimaresilienz vorgestellt hat. „Die Renaturierung der Wasserläufe hat zum Ziel, ihre natürliche Funktion zu stärken und die Resilienz der aquatischen Ökosysteme gegenüber extremen Wetterphänomenen zu verbessern“, so Wilmes.

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