AMMD-Präsident Roller

„Den Ärzten ‚abus et fraude‘ vorzuwerfen, ist eine Frechheit“

Im Interview mit dem Tageblatt spricht der Präsident der Ärztevereinigung AMMD, Chris Roller, über die Verhandlungen mit der CNS über eine neue Konvention, die Nicht-Aufwertung der „lettre-clé“, den Gesetzentwurf der Regierung zu den Arztgesellschaften, das Privatprojekt „Findel Medic“ und die Affäre Wilmes.

Urologe Chris Roller, Präsident der AMMD 2025, im weißen Kittel vor Klinik Hôpitaux Robert Schuman

Der Urologe Chris Roller (46), Belegarzt an den Hôpitaux Robert Schuman, ist seit Januar 2025 Präsident der AMMD Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Tageblatt: Im Oktober hat die AMMD mit viel Wirbel die Konvention mit der CNS gekündigt. Im Dezember haben die Verhandlungen über eine neue Konvention begonnen, seitdem haben Sie kaum noch öffentlich kommuniziert. Ist das ein gutes Zeichen?

Chris Roller: Wir hatten mit der CNS vereinbart, während der Verhandlungen nicht über die Inhalte zu kommunizieren. Die Gespräche verliefen anfangs gut, wir haben uns ausgetauscht, sind aber jetzt an einem Punkt angelangt, an dem wir nicht weiterkommen, ohne dass die Politik sich einschaltet. Schon Anfang des Jahres hatten wir um ein Treffen mit Premier Luc Frieden und Gesundheitsministerin Martine Deprez (beide CSV; Anm.d.Red.) gebeten, um über die Gesundheitspolitik dieser Regierung zu reden, über das Koalitionsabkommen, aber auch über das, was in den Wahlprogrammen stand: Mehr ambulante Behandlungen in Privatpraxen, außerhalb der Krankenhäuser, zu ermöglichen, um die Wartezeiten zu reduzieren und vielleicht auch Geld einzusparen. Uns wurde im Januar gesagt, Herr Frieden würde uns im Frühjahr empfangen. Es ist jetzt Frühjahr, aber wir haben noch nichts von ihm gehört. Frau Deprez weiß, dass wir in den Verhandlungen mit der CNS an einem Punkt angelangt sind, an dem gesetzliche Anpassungen nötig sind.

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