Frankreich

Paris will Schulblockaden stoppen, Jugend hält dagegen

Trotz neuer Zugeständnisse ruft Frankreichs Regierung zum Ende der Schul- und Uni-Blockaden auf. Schüler und Studierende wollen weiter protestieren und fordern tiefere Reformen.

Ein Fußgänger in Paris läuft an den Spuren der Proteste vorbei: Die Schüler und Studenten wollen diese weiterführen

Ein Fußgänger in Paris läuft an den Spuren der Proteste vorbei: Die Schüler und Studenten wollen diese weiterführen Foto: AFP/Joel Saget

Frankreichs Regierung hat nach ersten Zugeständnissen an Schüler und Studierende ein Ende der Blockaden an Schulen und Universitäten gefordert. „Ab Montag muss wieder gearbeitet werden“, sagte Hochschulminister Philippe Baptiste mit Blick auf das Ende der Herbstferien. Schüler- und Studierendenverbände kündigten jedoch an, die Proteste fortzusetzen.
Die Regierung hatte am Montag mehrere Maßnahmen angekündigt. Dazu gehören ein einfacheres und transparenteres Zulassungssystem für Hochschulen. Das bisherige System „Parcoursup“ gilt vielen Oberstufenschülern als zu komplex und intransparent. Schülerverbände fordern zudem, dass bei Bewerbungen die Herkunftsschule nicht genannt werden muss, um Diskriminierung zu vermeiden. Das lehnt das Ministerium bislang ab.

Länger Mittagspause

Geplant sind außerdem mindestens 90 Minuten Mittagspause und kompaktere Stundenpläne in der Oberstufe. Zudem sollen 500 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen, die Streichung von gut 800 Stellen gestoppt und schon im November mehr als 900 Vertretungslehrer eingestellt werden. Für die Sanierung von Universitäten ist eine Milliarde Euro vorgesehen, für die Renovierung und Klimaanpassung von Schulen sollen günstige Kredite von vier Milliarden Euro bereitstehen.

Trotzdem zeigten sich Schüler- und Studentenverbände unzufrieden. Kritik gab es auch daran, dass Premierminister Sébastien Lecornu die Maßnahmen zunächst von Influencern bekannt geben ließ, noch vor Gesprächen mit den Betroffenen.

Frankreichs Oberstufenschüler protestieren seit Wochen gegen Missstände an ihren Schulen. Inzwischen haben sich die Proteste ausgeweitet; dabei geht es auch um hohe Preise und ein bezahlbares Leben.

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