GesellschaftPolitische Verantwortliche kommen nicht zur Weihnachtsfeier von „Stëmm vun der Strooss“

Gesellschaft / Politische Verantwortliche kommen nicht zur Weihnachtsfeier von „Stëmm vun der Strooss“
Mit den Menschen von der „Stëmm vun der Strooss“ zu Mittag essen – das wollten einige politische Verantwortliche angesichts der zurzeit aufgeheizten Stimmung offensichtlich nicht Foto: Editpress/Hervé Montaigu

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Es ist ein Termin mit Tradition: Jedes Jahr lädt die „Stëmm vun der Strooss“ Bedürftige zu ihrer Weihnachtsfeier ein. Außerdem sollten auch in diesem Jahr mehrere politische Verantwortliche dabei sein. Sie sagten zum Großteil nacheinander ab. 

Das geplante Bettelverbot in der Hauptstadt und Änderungen in der Arbeitsweise der Streetworker in Esch sorgen derzeit unter anderem bei Bettlerinnen und Bettlern sowie Menschen ohne feste Unterkunft für Aufregung. Und damit wollen einige Verantwortliche aus der Politik offenbar nicht konfrontiert werden. Oder aber sie haben andere Prioritäten: Am Donnerstag fand nämlich die traditionelle Weihnachtsfeier von der „Stëmm vun der Strooss“ statt, an der laut einer zuvor versandten Pressemitteilung unter anderem der neue Premierminister Luc Frieden (CSV) und sein Vorgänger Xavier Bettel (DP) teilnehmen sollten.

Auch der Präsident der Abgeordnetenkammer, Claude Wiseler (CSV), die aktuelle Gesundheitsministerin Martine Deprez (CSV) sowie ihre Vorgängerin Paulette Lenert (LSAP) und die Bürgermeisterin der Stadt Luxemburg, Lydie Polfer (DP), hatten ursprünglich geplant, im Bonneweger Kulturzentrum in Luxemburg-Stadt vorbeizuschauen. „Sie sollten kommen und haben dann nach und nach abgesagt. Claude Wiseler zum Beispiel hat aber angekündigt, dass er im Januar einmal bei uns vorbeikommen wird“, erzählt Alexandra Oxacelay, Direktionsbeauftragte von „Stëmm vun der Strooss“. 

Herzlicher Besuch

Lediglich die neue Gesundheitsministerin Martine Deprez erschien von den angekündigten Gästen aus der Politik zum gemeinsamen Mittagessen. Von der Gemeinde Luxemburg kam statt Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP) die neue Sozialschöffin und ehemalige Familienministerin Corinne Cahen (DP) vorbei. Über mehrere Tage verteilt, trudelten vergangene und diese Woche die Absagen ein. Zum Teil sollen politische Verpflichtungen der Grund gewesen ein. „Normalerweise ist ein offenes Ohr für unsere Anliegen da und wir verstehen auch, dass die Politiker nicht an zehn Orten gleichzeitig sein können. Wichtig ist nicht ihre Präsenz hier, sondern, wie sie agieren“, so Alexandra Oxacelay. 

Auf den Besuch des großherzoglichen Ehepaars mussten die 400 erwarteten Menschen – Personen ohne feste Unterkunft, von psychischen Problemen Betroffene oder zum Beispiel auch Langzeitarbeitslose – nicht verzichten. „Für unsere Kundschaft war das eine schöne Anerkennung. Sie haben geklatscht und Fotos gemacht, das war ein starker Moment“, erzählt die Direktionsbeauftragte der „Stëmm“. Ihr fällt auf, dass die Solidarität der Gesellschaft in diesem Jahr groß ist. Viele Menschen hätten spontan gefragt, ob sie vorbeikommen und zum Beispiel Geschenke mitbringen können. Auch habe die „Stëmm“ wie immer auf die Unterstützung vieler Freiwilliger zählen können. 

Pani
18. Dezember 2023 - 11.27

Ech sin och net dohi gâng.

rowohlfart
15. Dezember 2023 - 10.43

Den meisten wohlhabenden politischen ( Un ) Verantwortlichen sind diese Menschen doch schnuppe, uninteressant. So gesehen, hat die neue Regierung ihr wahres Gesicht gezeigt und gleichzeitig bewiesen wo ihr Hauptinteresse liegt: in der Wirtschaft und nochmals in der Wirtschaft. Armes , noch reiches, Luxemburg! Die oberen " Zehntausend" verkehren nur unter Ihresgleichen und denen ist das Geld wichtiger als Menschlichkeit. Von letzterem kann man sich nämlich nichts kaufen und Gott sei Dank auch nicht das Glück.
"Edel sei der Mensch, hilfreich und gut " schrieb Goethe. Es wäre gut, wenn verschiedene Leute-wohl die meisten- sich gelegentlich Gedanken über den Sinn des Lebens machen würden. Bloss nicht hinschauen, wo Hilfe und Unterstützung ( auch moralische) gefragt sind. Hut ab vor dem grossherzoglichen Paar, obwohl ich kein Monarchist bin.