Basketball
Die FLBB-Herren wollen ihre Chance in Irland nutzen
Für die FLBB-Herren ging es nach der knappen 70:79-Niederlage gegen Nordmazedonien direkt weiter nach Dublin, wo am Montag in der Vorqualifikation für die EM 2029 das Duell gegen Irland ansteht. Mit einem Sieg könnte sich Luxemburg in eine hervorragende Ausgangsposition bringen.
Philippe Gutenkauf durfte das Nationalteam am Freitag in Skopje als Kapitän aufs Feld führen Foto: FIBA
Nach dem Nordmazedonien-Spiel ist für die FLBB-Herren vor dem Duell gegen Irland, womit das Team die 70:79-Niederlage, die erste in der laufenden Vorqualifikation, schnell abhaken musste. Es war ein Spiel, wie es Philippe Gutenkauf und seine Mannschaftskollegen in den vergangenen Jahren häufiger erlebt hatten. Denn einmal mehr lag das Team zu einem Zeitpunkt der Partie weit in Rückstand, dieses Mal waren es 20 Punkte. Doch einmal mehr konnten sie auch wieder ihre große Stärke unter Beweis stellen. Mit ihrem berüchtigten „Fighting Spirit“ kämpften sie sich als kollektive Einheit zurück, verpassten es aber, noch einmal in richtige Schlagdistanz zu kommen.
„Ich glaube, wir waren am Anfang ein wenig über ihre aggressive Art erschrocken“, erklärte Gutenkauf am Sonntag, als er auf die erste Partie dieses zweiten Zeitfensters angesprochen wurde. Die Nordmazedonier, die durch diesen Sieg weiter ungeschlagen an der Tabellenspitze stehen, haben die gesamte Partie eine „Press Defense“ über den kompletten Platz gespielt, was die Luxemburger vor Probleme stellte. „Allein im ersten Viertel haben wir uns mehr als fünf Turnover geleistet, was mitentscheidend war.“ Es war die starke Defensive des Verteidigers, die schlussendlich den Ausschlag gab.
Am Ende standen 16 Ballverluste zu Buche, doch wie so oft haderten die Luxemburger auch mit ihrer Dreier-Quote – gerade einmal vier von 19 Versuchen landeten im Korb. „Man muss auch sagen, dass wir dieses Mal nicht so wie im November die freien Würfe bekommen haben.“ Zum Auftakt der Vorqualifikation zeigten die FLBB-Herren gerade hier eine Treffsicherheit, wie sie sie bisher nur selten erlebt hatten.
Schlüsselspiel gegen Irland
Dennoch bleibt beim Team von Coach Diederich ein positives Gefühl zurück. Denn am Ende kam es noch einmal nah genug heran, um im letzten Zeitfenster im Sommer gegen Nordmazedonien um den ersten Tabellenplatz spielen zu können. Vorausgesetzt ist hier allerdings ein Sieg am Montag in Dublin. Ein echtes Schlüsselspiel also, oder ein Halbfinale, wie es der Trainer seinen Spielern am Sonntag versucht hat zu vermitteln.
Ich glaube, wir waren am Anfang ein wenig über ihre aggressive Art erschrocken
Philippe Gutenkauf
über die Nordmazedonier
Bei den Iren dürfte derzeit jedenfalls einiges an Frust herrschen, immerhin haben sie für alle überraschend am Freitag auf einen Punkt gegen Aserbaidschan verloren. Ohne Sieg liegt Irland damit derzeit am Tabellenende und ist damit nicht nur auf Revanche für die Niederlage im November in Luxemburg aus (89:77). „Sie sind ein gutes Team mit Spielern, die in ganz Europa auflaufen. Sie werden es sich am Montag sicher auch selbst beweisen wollen“, ist sich „Sticky“ Gutenkauf sicher.
Welche große Chance Luxemburg hat, dessen ist sich auch der Ettelbrücker bewusst. „Mit einem Sieg würden wir vor dem letzten Zeitfenster bei 3:1 liegen, es wäre eine Situation, wie wir sie bisher bisher nicht hatten. Im Sommer könnte uns dann in der Coque etwas wirklich Großes gelingen.“ Aus eigener Hand konnten sich die FLBB-Herren nämlich bisher in den vielen Vorqualifikationen noch nicht für die nächste Runde qualifizieren. 2021 spielten sie zwar in Rund zwei mit, damals hatte allerdings Österreich zurückgezogen und Luxemburg war nachgerutscht.
Team als Kapitän angeführt
Für Gutenkauf ist klar, dass sie mit ihrer starken Teamchemie in dieser Vorqualifiktion weiter punkten können. Wie gut die FLBB-Herren harmonieren, wurde auch am Freitag wieder deutlich. Dabei galt es, Kapitän Alex Laurent zu ersetzen, der aus beruflichen Gründen die Auswärtsreisen nicht mitangetreten hat. „Er fehlt dennoch enorm“, meint der 30-Jährige. „Er hatte in der Vorbereitung noch mittrainiert und es ist komisch, ihn nicht dabeizuhaben. Er redet viel während der Partie, es war jetzt an uns Veteranen, das zu übernehmen.“ Zu diesen erfahrenen Spielern zählt auch Gutenkauf, der 2018 sein Debüt im Nationalteam gab und das Team am Freitag als Kapitän aufs Spielfeld führen durfte. „Es ist eine große Ehre und etwas ganz Besonderes, wenn man bei der Teamvorstellung den Wimpel mit aufs Feld nehmen darf. Das ist mir noch einmal so richtig bewusst geworden.“
Am Montag nun wollen Gutenkauf und Co. noch einmal alles aus sich herausholen, um ihre große Chance aufrechtzuerhalten.
Im Überblick
Der Kader: Dino Ceman, Clancy Rugg (beide Basket Esch), Davy Rocha (Fitosur Murgi/ESP), Christopher Jack, Joe Kalmes (beide T71 Düdelingen), Philippe Gutenkauf (Etzella Ettelbrück), Ben Kovac (ALM Évreux/F), Malcolm Kreps (Okapi Aalst/B), Ivor Kuresevic (Amicale Steinsel), Max Logelin, Yannick Verbeelen (beide Sparta Bartringen), Oliver Vujakovic (Résidence Walferdingen); Trainer: Ken Diederich, Assistant-Coaches: Denis Toroman, Christophe Toussaint
Das Programm:
Pre-Qualifiers 2029, Gruppe A:
Montag, 2. März:
17.00: Aserbaidschan - Nordmazedonien
20.30: Irland - Luxemburg (in Dublin)
Bereits gespielt:
Nordmazedonien - Aserbaidschan 87:49
Luxemburg - Irland 89:77
Aserbaidschan - Luxemburg 90:95
Irland - Nordmazedonien 76:88
Nordmazedonien - Luxemburg 79:70
Irland - Aserbaidschan 75:76
Tabelle: 1. Nordmazedonien 3 Spiele/6 Punkte, 2. Luxemburg 3/5, 3. Aserbaidschan 3/4, 4. Irland 3/3
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