FLBB-Herren

Luxemburg kassiert gegen Nordmazedonien erste Niederlage

Es sollte nicht sein: Im dritten Spiel der Vorqualifikation für die EM 2029 kassierten die FLBB-Herren am Freitag ihre erste Niederlage. Gegen den Gruppenfavoriten Nordmazedonien holte Luxemburg einen großen Rückstand noch einmal auf, musste sich schlussendlich aber doch mit 70:79 geschlagen geben.

Philippe Gutenkauf und FLBB-Herren kämpfen im Basketballspiel, schaffen aber kein Comeback ins Spiel

Philippe Gutenkauf und die FLBB-Herren fanden noch einmal ins Spiel zurück, kamen aber nicht mehr in Schlagdistanz Foto: Editpress/Gerry Schmit

Mit Nordmazedonien wartete zum Auftakt des zweiten Zeitfensters am Freitag der große Favorit der Gruppe A, der wie die FLBB-Auswahl auch seine beiden bisherigen Partien gegen Irland und Aserbaidschan gewonnen hatte. Dass das Lokalteam ein ganz anderes Kaliber ist, wurde dann auch ab der ersten Spielminute deutlich. Die Gastgeber überzeugten nämlich nicht nur durch ihre Größe, sondern auch durch ihre Schnelligkeit, und die FLBB-Herren schafften es nicht, auf dem Maximum zu spielen, wie es ihnen noch in beiden Spielen im November gelungen war.

Es war eine Anfangsphase mit hohem Tempo und hoher Trefferquote – auch aufseiten der Luxemburger. Das Team von Trainer Ken Diederich spielte diszipliniert, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. Im Angriff suchten die Luxemburger in den ersten Minuten immer wieder Clancy Rugg unter dem Korb – mit Erfolg. Der 34-Jährige stellte hier einmal mehr seine Wichtigkeit für das Team unter Beweis.

Die FLBB-Herren agierten geduldig, fanden häufig den freien Mann und suchten konsequent den Weg zum Korb. Schnell hatten die Nordmazedonier fünf Teamfouls auf der Anzeigetafel stehen, und Rugg und Co. zeigten an der Freiwurflinie eine sichere Hand. Somit gestalteten sich die ersten zehn Minuten ausgeglichen.

Mit 20 Punkten zurück

Ein erstes Mal ging Luxemburg in der 4. Spielminute in Führung (10:11) und konterte einen kleinen Lauf des Gegners umgehend. Kurz vor der ersten Viertelpause schlug der Gastgeber jedoch zu und erspielte sich mit zwei Dreiern binnen 25 Sekunden einen Acht-Punkte-Vorsprung (25:17).

Erstmals knackten die Nordmazedonier in der 13. Minute die Zehn-Punkte-Grenze (29:19). Doch die Gäste ließen sich nicht nervös machen. Nach einer Auszeit von Trainer Diederich traf Philippe Gutenkauf den ersten Dreier, und die FLBB-Herren kamen wieder auf fünf Punkte heran (29:24).

Insgesamt leisteten sich die Luxemburger mit zunehmender Spieldauer jedoch zu viele Ballverluste. Hinzu kam Pech im Abschluss: Oft drehten sich die Würfe am Korbring heraus, während sich der Gegner den Rebound sicherte und im Gegenzug offensiv eiskalt zuschlug. Zur Pause lag Nordmazedonien schließlich mit zwölf Zählern in Führung (44:32). Die Trefferquote der Luxemburger war bis zum Seitenwechsel auf 37 Prozent gesunken, während der Gegner starke 50 Prozent verzeichnete.

Statistik

Viertel: 25:17, 19:15, 15:17, 20:21
Nordmazedonien: Jakimovski 17, Happ 15, Efremovski 13, V. Stojanovski 9, Magdevski 8, Petkov 6, Gjuroski 6, L. Stojanovski 2, Kakruki 2, Mekic 1, Tashovski 0
Luxemburg: Kovac 20, Rugg 15, Kreps 12, Gutenkauf 12, Vujakovic 6, Rocha 3, Logelin 2, Kalmes 0, Jack 0, Verbeelen 0
Schiedsrichter: Zenis (SVK)/Köyici (TUR)/Lucic (MNE)

Doch die FLBB-Herren sind dafür bekannt, bis zur letzten Sekunde alles aus sich herauszuholen und niemals aufzugeben. Einmal mehr stellten sie diese große Stärke gegen Ende des dritten Viertels unter Beweis. Der Favorit hatte sich bereits mit komfortablen 20 Punkten abgesetzt (54:34, 24‘), doch in diesem Moment schien ein Ruck durch das Luxemburger Team zu gehen.

In der Defensive warfen sich die Spieler nun auf jeden Ball und offensiv fanden sie endlich wieder ihren Rhythmus. Ben Kovac läutete mit einem Distanzwurf die Aufholjagd ein. Nach und nach trafen auch Gutenkauf, Kreps und Rugg. Als Kovac schließlich einen Dreier trotz Fouls verwandelte, entlud sich ein erster Schrei aus dem 26-Jährigen.

Es war erneut Kovac, der mit zwei verwandelten Freiwürfen den Rückstand erstmals wieder unter die Zehn-Punkte-Marke drückte (56:47, 28‘). Gjuroski stoppte den Lauf der Luxemburger zwar vorerst (59:47), doch zur letzten Viertelpause betrug der Rückstand nur noch zehn Zähler (59:49).

Nicht mehr in Schlagdistanz

Gutenkauf verkürzte direkt nach Wiederbeginn auf acht Punkte (59:51). Doch der Gegner versenkte einmal mehr zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt einen Distanzwurf und legte wenig später einen weiteren Treffer nach (64:51, 31‘). Bei den FLBB-Herren fanden nun auch nicht mehr alle Freiwürfe ihr Ziel, während der Gastgeber sein schnelles Umschaltspiel in den entscheidenden Momenten immer wieder erfolgreich abschließen konnte. Auch wenn Kovac und Co. weiterhin bemüht waren, sollte es am Ende nicht mehr reichen, um noch einmal in Schlagdistanz zu kommen.

So kassiert Luxemburg in der laufenden Vorqualifikation seine erste Niederlage gegen einen Gruppenfavoriten, der eine geschlossene Mannschaftsleistung zeigte – zehn von elf eingesetzten Spielern trugen sich am Ende in die Scorerliste ein. Auf Luxemburger Seite war es vor allem Kovac, der nach dem Seitenwechsel besser ins Spiel fand und insgesamt 20 Punkte erzielte. Zudem punkteten Rugg (15), Gutenkauf (12) und Kreps (12) zweistellig.

Am Ende waren es – wie so oft in der Vergangenheit – die Trefferquote von der Dreierlinie (4 von 19) sowie die 16 Ballverluste, mit denen man im Luxemburger Lager nach Spielende haderte. „Das Positive ist, dass wir nie aufgegeben, das ganze Spiel gekämpft und auch gut verteidigt haben“, erklärte Ken Diederich nach dem Spiel. „Wir haben 79 Punkte kassiert, das reicht in der Regel, um ein Spiel zu gewinnen, doch offensiv haben wir die Würfe einfach nicht getroffen. Sie haben auch 40 Minuten lang stark und aggressiv verteidigt.“ Für Diederich bleibt dennoch ein positives Gefühl zurück, denn ein Sieg gegen Irland dürfte dafür sorgen, dass es im Sommer in der Coque zu einem Finale gegen Nordmazedonien um den ersten Tabellenplatz kommen wird. „Neun Punkte kann man aufholen und zu Hause können wir gegen sie offensiv definitiv ein Stück besser spielen.“

Bereits am Samstag reist das Team von Coach Diederich weiter nach Dublin, wo am Montag das Schlüsselspiel in der Gruppe A ansteht. Gewinnt Luxemburg dieses Duell, hätte es den direkten Vergleich gegen die Iren auf jeden Fall in der Tasche.

Im Überblick

Das Programm:

Pre-Qualifiers 2029, Gruppe A:
Am Freitag:
Nordmazedonien - Luxemburg 79:70
Irland - Aserbaidschan 75:76

Montag, 2. März:
17.00: Aserbaidschan - Nordmazedonien
20.30: Irland - Luxemburg (in Dublin)

Bereits gespielt:
Nordmazedonien - Aserbaidschan 87:49
Luxemburg - Irland 89:77
Aserbaidschan - Luxemburg 90:95
Irland - Nordmazedonien 76:88
Tabelle: 1. Nordmazedonien 3 Spiele/6 Punkte, 2. Luxemburg 3/5, 3. Aserbaidschan 3/4, 4. Irland 3/3

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