Tennis
Serena Williams: Das Comeback einer Ikone
Serena Williams’ Rückkehr sorgt für große Aufregung im Tennis. Was kann die Ikone mit 44 Jahren noch leisten?
1.368 Tage nach ihrem Karriereende kehrt Serena Williams zurück Foto: AFP/Angela Weiss
23 Grand-Slam-Titel, 73 Tour-Trophäen und 319 Wochen die Nummer eins der Welt – als für Serena Williams am 3. September 2022 bei den US Open mit maximalem Glanz und Glamour der letzte Vorhang fiel, dachten (fast) alle: Das war’s! „Oh mein Gott, ich danke euch allen so sehr“, sagte die wohl größte Tennisspielerin der Geschichte in hoch emotionalen Worten im Arthur-Ashe-Stadium.
Die Frage, ob sie es sich vielleicht doch noch anders überlegen könnte, beantwortete die in Tränen aufgelöste Ikone vor vielen Millionen Zuschauern aus aller Welt damals nicht so ganz eindeutig: „Ich glaube nicht, aber man weiß ja nie.“ Jetzt, 1.368 Tage später, ist Williams zurück – und die Szene elektrisiert.
Am Montag hatten die Veranstalter des Turniers im Londoner Queen’s Club die Williams-Rückkehr verkündet, die 44 Jahre alte US-Amerikanerin geht mit einer Wildcard im Doppel bei dem Rasenevent ab kommender Woche an den Start. Zudem wirkt ein Auftritt beim Rasen-Highlight Wimbledon Ende Juni, das sie siebenmal gewann, wahrscheinlich.
„Ich war sehr überrascht, aber offensichtlich hat sie Ideen. Ich glaube nicht, dass sie zurückkommt, um nicht zu gewinnen“, sagte Tennis-Legende John McEnroe: „Sie wird ein bisschen Doppel spielen. Und dann vielleicht im Einzel in Wimbledon? Oh mein Gott, das wäre fantastisch, sehr interessant.“ Auch Williams werde zwar „nicht jünger. Aber sie ist Serena Williams. Ich wette also, dass sie zurückkommt, um das Ganze zu gewinnen“, sagte der US-Amerikaner.
Gegen junge Elite beweisen
Auf ihren vielgeklickten Social-Media-Accounts hatte Williams zuletzt immer mal wieder Videos platziert, auf denen sie in anscheinend guter körperlicher Form Bälle schlug. Ob sie aber im reifen Sportleralter noch mit der jungen Elite mithalten kann? Das muss Williams erst wieder beweisen. Ihrer ebenfalls einst hocherfolgreichen Schwester Venus – die immer mal wieder per Wildcard auftaucht – gelingt dies nicht.
Entsprechend groß ist die Frage, warum sich Serena den Stress nochmal antut. Für ihren einstigen Hitting Partner Sascha Bajin ist sie recht leicht zu beantworten. „Auch wenn sie zwei Töchter hat und unzählige Unternehmen, um die sie sich kümmern muss, glaube ich, dass sie sich ein bisschen langweilt und diesen Wettbewerb braucht“, sagte der heutige Coach der Russin Diana Schnaider Sports Illustrated: „Ich hoffe nur, dass sie mit einem guten Team im Rücken zurückkommt, das sie wirklich fit macht.“
Er habe Serenas Karriereende nie akzeptiert, fügte Bajin an. Und tatsächlich hat sich Williams damals auch das kleine Hintertürchen offen gelassen, durch das sie nun wieder auf die große Bühne zurückkehrt.