FLBB-Herren

Nach perfektem Start: FLBB-Herren wollen sich auch gegen den Gruppenfavoriten beweisen

Am Freitag beginnt für die FLBB-Herren mit dem Auswärtsspiel in Nordmazedonien das zweite Zeitfenster der Vorqualifikation für die EM 2029. Nach dem perfekten Auftakt mit zwei Siegen im November wollen sich die Spieler von Trainer Ken Diederich – auch ohne Kapitän Alex Laurent – gegen den Gruppenfavoriten beweisen.

Ben Kovac beim starken Zeitfenster im November, beeindruckende Leistung eines luxemburgischen Athleten

Ben Kovac erlebte im November ein starkes Zeitfenster, wie es bisher kaum einem Luxemburger gelungen ist Foto: Editpress/Gerry Schmit

Ohne Kapitän Laurent

Es ist eine Premiere: Seit er 2014 erstmals ins A-Nationalteam berufen wurde, war Alex Laurent immer mit dabei. Er erlebte die Entwicklung unter Nationaltrainer Ken Diederich von der ersten Stunde an, war dabei, als die FLBB-Herren 2016 sensationell in der EM-Qualifikation gegen Großbritannien gewannen, und führte das Team 2023 bei den Spielen der Kleinen Staaten auf Malta als Kapitän zur ersten Goldmedaille.

Aus beruflichen Gründen hat der Spielführer die Reise nach Skopje am Mittwoch nicht mit angetreten und wird der Nationalmannschaft damit erstmals bei zwei offiziellen Spielen fehlen. Sicherlich eine große Umstellung für das Team, denn seine Leaderqualitäten stellte Laurent bislang in jeder Kampagne unter Beweis.

Nicht nur Alex Laurent wird den FLBB-Herren in diesem zweiten Zeitfenster fehlen. Auch in der Vorbereitung blieb das Nationalteam nicht von der Krankheitswelle verschont, sodass Ivan Delgado und Nachwuchstalent Ange Konan Oth ebenfalls zu Hause bleiben mussten.

Freuen kann sich Nationalcoach Diederich hingegen darüber, dass Ivor Kuresevic, der inzwischen seine Grundausbildung bei der Armee abgeschlossen hat und in den letzten Wochen verletzungsbedingt nicht spielen konnte, gerade rechtzeitig wieder das Okay vom Arzt bekommen hat.

Ein fast perfektes Zeitfenster

Auch wenn die Vorbereitung auf das zweite Zeitfenster nicht so optimal verlief wie jene auf das erste, konnte Ben Kovac diesmal allerdings den größten Teil der Vorbereitung mitbestreiten. Der Profispieler von ALM Évreux ist für den Nationaltrainer inzwischen unverzichtbar und spielte im November ein so starkes Zeitfenster, wie es bislang wohl kaum einem Luxemburger gelungen ist. „38 und 29 Punkte, dazu diese Trefferquote und vor allem die Würfe, die er in der wichtigen Phase getroffen hat … Das wird schwer zu toppen sein“, meint Diederich.

Die Leistung des 26-Jährigen war sinnbildlich für das erste Zeitfenster, in dem bei den Luxemburgern fast alles klappte. Gegen Irland fielen 16 Dreier, gegen Aserbaidschan zwölf – etwas, das in der Vergangenheit meist ganz anders aussah. Auch beim Rebound bewegten sich die FLBB-Herren mit den Gegnern auf Augenhöhe. Gegen die Iren ging diese Kategorie knapp mit 37:42 verloren, gegen Aserbaidschan mit 32:35.

Dass sein Team am Freitag und Montag erneut am Maximum spielen muss, dessen ist sich Diederich bewusst: „Von acht Vierteln war dies im November bei sechs der Fall. Wir dürfen uns auf diesem Level einfach nicht viele Fehler leisten.“

Besondere Erinnerung

Fast zehn Jahre ist es inzwischen her, dass Ken Diederich das Ruder bei den FLBB-Herren übernahm. Ganz besondere Erinnerungen verbindet er mit Nordmazedonien, denn genau dort erlebte der 48-Jährige sein erstes Spiel als Nationaltrainer.

„Es war ein sehr hitziges Spiel, und damals haben wir uns gar nicht mal so schlecht verkauft“, erinnert er sich an die 75:89-Niederlage. Es war der Auftakt einer ganz besonderen EM-Qualifikationskampagne. Im Rückspiel verpassten Diederich und seine Spieler gegen die Mazedonier nur knapp die Sensation (74:82), die dann im letzten Spiel gegen Großbritannien gelang und eine neue Ära der Nationalmannschaft einläutete.

Die Gegner

„Groß“, antwortet Ken Diederich lachend, als er gefragt wird, wie er die Nordmazedonier, auf die die FLBB-Herren am Freitag treffen, derzeit einschätzt. „Sie haben zudem eine große Auswahl an US-Spielern, die sie einsetzen könnten. Wir wissen noch nicht genau, für wen sie sich entscheiden werden.“ Diederich geht davon aus, dass dieses Mal die Wahl auf Ethan Happ fallen wird, der aktuell in der ersten spanischen Liga bei Burgos spielt. Zurückgreifen kann der Gegner zudem auf Vojdan Stojanovski, der in seiner Karriere auf höchstem europäischem Level gespielt hat und viel Erfahrung mitbringt. Nordmazedonien startete wie Luxemburg mit 2:0 in die Vorqualifikation und gilt als Favorit der Gruppe A.

Dass zwei schwere Auswärtsspiele anstehen, ist für Ken Diederich klar. Am Samstag geht es direkt weiter nach Dublin, wo die Iren Revanche für die doch deutliche Hinspielniederlage nehmen wollen.

Noch nicht zur Verfügung stehen wird ihnen jedoch Eli Brooks. Der gebürtige US-Amerikaner, der durch seinen Großvater die irische Staatsangehörigkeit erhalten darf, war für den Traumstart der Gladiators Trier in die diesjährige Bundesligasaison verantwortlich, nutzte jedoch eine Ausstiegsklausel, um nach Spanien zu wechseln. „Er war der stärkste Point Guard der Bundesliga“, schwärmt auch Diederich.

Laut dem Irish Independent ist seine Einbürgerungsprozedur jedoch noch nicht abgeschlossen, sodass CJ Fulton erstmals seit 2023 wieder den Sterneposten für die Iren einnehmen wird.

Die aktuelle Situation

Nach den beiden Auftaktsiegen wollen die FLBB-Herren am liebsten nachlegen. „Das Spiel in Irland wird sicherlich ein Schlüsselspiel“, betont Ken Diederich vor Beginn des zweiten Zeitfensters. Ein Sieg gegen die Iren und ein damit gewonnener direkter Vergleich könnte für die Luxemburger die Tür zur Qualifikation für die zweite Vorqualifikationsrunde weit öffnen.

„Auswärts hat man nicht viel zu verlieren, trotzdem möchte man dort gut spielen und vielleicht eine Partie mitnehmen – vor allem nach dem starken Start.“ Der Nationalcoach ist jedoch überzeugt, dass sein Team das Zeug hat, die beiden abschließenden Heimspiele gegen Aserbaidschan und Nordmazedonien im Sommer zu gewinnen.

Zur Erinnerung: Die Sieger der drei Gruppen sowie der beste Tabellenzweite kommen eine Runde weiter. Dort werden sie dann auf die Mannschaften treffen, die in der derzeit laufenden ersten WM-Qualifikationsrunde ausgeschieden sind.

Im Überblick

Der Kader: Dino Ceman, Clancy Rugg (beide Basket Esch), Davy Rocha (Fitosur Murgi/ESP), Christopher Jack, Joe Kalmes (beide T71 Düdelingen), Philippe Gutenkauf (Etzella Ettelbrück), Ben Kovac (ALM Évreux/F), Malcolm Kreps (Okapi Aalst/B), Ivor Kuresevic (Amicale Steinsel), Max Logelin, Yannick Verbeelen (beide Sparta Bartringen), Oliver Vujakovic (Résidence Walferdingen); Trainer: Ken Diederich, Assistant-Coaches: Denis Toroman, Christophe Toussaint

Das Programm:
Pre-Qualifiers 2029, Gruppe A:
Freitag, 27. Februar:
18.00: Nordmazedonien - Luxemburg (in Skopje)
20.30: Irland - Aserbaidschan
Montag, 2. März:
17.00: Aserbaidschan - Nordmazedonien
20.30: Irland - Luxemburg (in Dublin)

Bereits gespielt:
Nordmazedonien - Aserbaidschan 87:49
Luxemburg - Irland 89:77
Aserbaidschan - Luxemburg 90:95
Irland - Nordmazedonien 76:88
Tabelle: 1. Nordmazedonien 2 Spiele/4 Punkte, 2. Luxemburg 2/4, 3. Irland 2/2, 4. Aserbaidschan 2/2

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