Gescheiterte Konventions-Verhandlungen
„Patiente Vertriedung“ warnt vor Ausbluten der Spitäler
Nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen CNS und AMMD fordert die „Patiente Vertriedung“, Patienten aktiv in die Reform einzubinden. Eine Liberalisierung lehnt sie ab.
Nach langem Hin und Her lehnte die AMMD die neue Konvention mit der CNS ab Foto: Editpress/Didier Sylvestre
Nach dem Scheitern der Verhandlungen über eine neue Konvention zwischen der Nationalen Gesundheitskasse (CNS) und der Ärztevereinigung AMMD legt eine großherzogliche Verordnung bis auf Weiteres die Regeln fest. Die „Patiente Vertriedung“ (PVL) stellt in einer Mitteilung am Dienstag klar, dass Patienten keinesfalls zu den Leidtragenden des Konflikts werden dürfen.
Die PVL verschließt sich Reformen und dem Ausbau ambulanter Angebote nicht, warnt jedoch vor einer Liberalisierung und einer Schwächung der Kliniken. Wenn lukrative Standardeingriffe in ambulante Strukturen abwandern, verbleiben kostenintensive und komplexe Behandlungen in den Krankenhäusern, warnt die PVL. Das gefährde deren finanzielle Stabilität und könne Auswirkungen auf wichtige Aufgaben wie Notdienste und die Versorgung vulnerabler Gruppen haben.
Für anstehende Verhandlungen pocht die Patientenvertretung auf klare Leitplanken wie eine obligatorische Konventionierung, freie Arztwahl, Qualitätskontrollen sowie Pflichtfortbildungen. Das Schreiben fordert CNS, Regierung, Spitäler und Mediziner auf, den Dialog fortzuführen – und die „Patiente Vertriedung“ bei allen weiteren Reformschritten direkt am Tisch zu beteiligen. (dr)