CNS-Präsident José Balanzategui

„Wir haben sicher nicht behauptet, die Ärzte seien Schummler und müssten bestraft werden“

Im Tageblatt-Interview erklärt CNS-Präsident José Balanzategui, wieso die Verhandlungen mit der AMMD über eine neue Konvention gescheitert sind, weshalb die Ausgaben bei den Ärzten in den letzten zehn Jahren um 100 Prozent zugenommen haben und warum er nicht mit der Ärztevereinigung „zesumme bei d’Politik goe“ kann.

Am 1. November hat José Balanzategui (58) den Vorsitz der CNS von Christian Oberlé übernommen

Am 1. November hat José Balanzategui (58) den Vorsitz der CNS von Christian Oberlé übernommen Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Tageblatt: Ende Oktober, wenn die Konventionen mit der AMMD auslaufen und durch großherzogliche Verordnungen ersetzt werden, herrscht in Luxemburg „Staatsmedizin“. Wieso sind die Verhandlungen mit der AMMD über neue Konventionen aus Ihrer Sicht gescheitert?

José Balanzategui: Nachdem die Konventionen mit den Ärzten und Zahnärzten 30 Jahre lang größtenteils unverändert geblieben waren, wurden sie vor zwei Jahren von meinem Vorgänger Christian Oberlé vor dem Hintergrund der Digitalisierung grundlegend überarbeitet. Es ging dabei vor allem um den Austausch zwischen der Ärzteschaft und der CNS, insbesondere über das „Paiement immédiat direct“ (PID). Die Verhandlungen mit der AMMD haben zwei Jahre gedauert. Es war nicht immer einfach, doch im Oktober 2024 haben wir eine Übereinkunft gefunden. Als die AMMD ein Jahr später die Konvention kündigte, waren wir etwas überrascht, haben uns gefragt, ob wir vielleicht etwas übersehen hätten, doch relativ schnell hat sich herausgestellt, dass die AMMD politische Forderungen stellt, die weit über das hinausgehen, was eine Konvention regeln kann. Nach der Kündigung haben wir noch sechs Monate nachverhandelt und die Konvention punktuell angepasst, selbstverständlich im Rahmen dessen, was das Gesetz hergibt. Doch auch nach sechs Verhandlungsrunden und einer Schlichtung blieb die AMMD bei ihrer Position, dass Änderungen des gesetzlichen Rahmens erforderlich seien, da ihre Forderungen Themen beträfen, die im Rahmen der Konvention nicht geregelt werden können.

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