Nach Tageblatt-Recherche

„Status.lu“ und „etude.lu“: Regierung muss sich mit KI-Fake-Seiten auseinandersetzen

Die nach einer Tageblatt-Recherche vom Netz genommenen KI-Medienseiten schlagen weiter Wellen. Der CSV-Abgeordnete Laurent Mosar will jetzt von der Regierung wissen, wie diese das Risiko solcher KI-generierter Inhalte bewertet.

Status.lu und etude.lu erweckten den Anschein, von Menschen geschriebene Artikel zu veröffentlichen

Status.lu und etude.lu erweckten den Anschein, von Menschen geschriebene Artikel zu veröffentlichen Screenshot: Tageblatt

Nach der Tageblatt-Berichterstattung über zwei Luxemburger KI-Fakeseiten muss nun auch die Regierung Stellung beziehen. Der CSV-Abgeordnete Laurent Mosar hat am Freitag eine parlamentarische Anfrage an die beigeordnete Ministerin für Medien Elisabeth Margue gestellt. Die beiden Webseiten status.lu und etude.lu ahmten Luxemburger News-Seiten nach, waren aber komplett mit künstlicher Intelligenz generiert. Ihr Schöpfer, ein 20-jähriger Luxemburger, nahm die Seiten vom Netz, nachdem er vom Tageblatt kontaktiert worden war.

„Risiko automatisierter Medien“

Mosar zeigt sich in seiner Anfrage besorgt über die Risiken, die automatisierte Medien „im Hinblick auf Transparenz, Informationszuverlässigkeit und redaktionelle Verantwortung“ mit sich brächten. Der Fall zeige, „dass es mittlerweile möglich ist, mit begrenzten Mitteln eine Website zu erstellen, die den Anschein eines professionellen Mediums erweckt und die öffentliche Debatte beeinflussen kann.“

Vor diesem Hintergrund will der Zentrums-Abgeordnete von seiner Parteifreundin Margue wissen, ob die zuständigen Behörden in der Causa Ermittlungen eingeleitet haben – und ob diese für den Verantwortlichen rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnten. Weiterhin stellt Mosar die Frage, wie die Regierung die Risiken bewertet, die mit der großflächigen Verbreitung von durch KI generierten Informationsinhalten einhergehen.

Wie können Behörden gegen Falschmeldungen vorgehen?

Mosar will auch wissen, ob der derzeitige Rechtsrahmen den Behörden es erlaube, gegen Falschmeldungen, die die öffentliche Debatte in Luxemburg beeinflussen könnten, rasch einzugreifen – und ob die Regierung die Vorschriften für automatisierte digitale Medien verschärfen will.

Der 20-Jährige hatte zwei zum Verwechseln ähnliche Nachrichtenseiten gebaut. Dort wurden zahlreiche Artikel einer vermeintlichen Nachrichtenredaktion präsentiert. Tatsächlich waren die Texte – wie auch ihre Autoren – nicht echt. Bis auf wenige Ausnahmen waren sämtliche Artikel auf den Seiten KI‑generiert. Die Webseite samt Technik und Inhalten war ausschließlich von KI-Tools geschaffen worden. (sen)

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