Affäre Wilmes
Orthopäde muss zu 27 Patientendossiers Stellung nehmen – Diskretionspflicht-Verstoß wird geprüft
Der Orthopäde Philippe Wilmes kennt nun die Vorwürfe in 27 Fällen. Anfang April muss er Stellung nehmen. Parallel prüfen Experten die umstrittenen Behandlungen, das „Collège médical“ einen möglichen Verstoß gegen die ärztliche Diskretionspflicht.
Der Orthopäde Philippe Wilmes wurde nach seiner Suspendierung von den Hôpitaux Robert Schuman gekündigt Foto: Editpress/ Julien Garroy
Wie geht es weiter in der Affäre Wilmes? Der Orthopäde Philippe Wilmes muss inzwischen zu insgesamt 27 Patientendossiers Stellung nehmen. Das berichtet Radio 100,7 am Montagmorgen. Ihm wird vorgeworfen, unnötige Operationen an Kreuzbändern durchgeführt zu haben.
Zudem untersuche das „Collège médical“ mittlerweile auch, ob Wilmes gegen die ärztliche Diskretionspflicht verstoßen hat. Diese ist im Deontologiekodex der Ärzte festgeschrieben. In den vergangenen Wochen hatte der von den HRS gekündigte Arzt versucht, sich in Medien und sozialen Medien öffentlich gegen die Vorwürfe zu verteidigen. Dabei kritisierte er auch Gesundheitsministerin Martine Deprez (CSV).
Erst seit Anfang März habe der Mediziner Zugang zu den betroffenen 27 Dossiers und kenne damit die genauen Vorwürfe, die vom „Collège médical“ geprüft werden. Nun hat er bis Anfang April Zeit, um schriftlich auf sämtliche Vorwürfe zu antworten, berichtet 100,7 weiter. Anschließend werde der Orthopäde noch mündlich gehört. Danach werde entschieden, ob der Fall vor einen Disziplinarausschuss kommt und ob er an die Justiz weitergeleitet wird. Bisher habe die Justiz noch keine entsprechenden Ermittlungen eingeleitet.
Gleichzeitig hätten drei ernannte Experten ihre Arbeit aufgenommen: Sie sollen ein Gutachten erstellen, das die Vorwürfe des „Collège médical“ entweder bestätigt oder widerlegt.