Selbstbedienungshofläden leben vom Vertrauen ihrer Kunden. Doch Diebstähle setzen das Modell zunehmend unter Druck. Zwei Landwirte erzählen, wie sie versuchen, Offenheit und Sicherheit miteinander zu vereinbaren.
Noch kokeln auf dem Balkan die Wälder. Doch schon jetzt lassen die durch die Dürre verursachten Missernten den Südosten Europas steigende Lebensmittelpreise fürchten. Der sommerlichen Hitze drohen herbstliche Teuerungswellen zu folgen.
Die Wiesen sind braun, der Boden ist ausgetrocknet und das Winterfutter wird bereits im Sommer verfüttert. Für Landwirt Nico Kass zeigt sich auf seinen Feldern, was zunehmende Wetterextreme für Luxemburgs Landwirtschaft bedeuten können.
Die Landwirtschaft soll einerseits genügend und zu erschwinglichen Preisen Lebensmittel produzieren, andererseits den Anforderungen des Umwelt- und Klimaschutzes genügen. Hiermit ist eines der Themen erfasst, mit denen sich der „Fräie Lëtzebuerger Bauereverband“ (FLB) unter dem Motto „Landwirtschaft in Flammen“ nun an die Öffentlichkeit gewandt hat.
Die rund 100 Mitglieder der „Landwirtschaftlech Kooperatioun Uewersauer“ (LAKU) betreiben eine Landwirtschaft, die mit dem Trinkwasserschutz um den Stausee in Einklang ist. Im Jahr nach dem zehnjährigen Bestehen kämpfen die Mitglieder mit Trockenheit. Was heißt das in der Gemengelage zwischen Schutz von Wasser, der Produktion von Lebensmitteln und dem Klima?
Vertrocknete Felder und ausbleibende Erträge zeigen, dass der Klimawandel längst in der Luxemburger Landwirtschaft angekommen ist. Wer regionale Produktion und Versorgungssicherheit erhalten will, muss jetzt die Voraussetzungen für eine Landwirtschaft unter neuen klimatischen Bedingungen schaffen.
Seit Wochen wartet Marie Goergen auf Regen. Auf ihrem Bio-Gemüsehof in Contern vertrocknen Pflanzen, Wasservorräte schwinden und die Ernte fällt deutlich kleiner aus. Die junge Gemüsegärtnerin versucht, ihren Betrieb an die zunehmenden Wetterextreme anzupassen. Doch sie weiß: Auf Dauer reichen individuelle Lösungen nicht.
Ein Blitzeinschlag entzündete am Montagabend (3.8.) rund 1.000 Strohballen auf einem Feld in Landscheid. Der Schaden für den betroffenen Bauernbetrieb ist enorm, und jeder Tag ohne Regen verursacht weitere Kosten – nicht nur für Landwirte.
Die „Foire agricole“ in Ettelbrück fand dieses Jahr mit einer Rekordzahl von 380 Ausstellern statt. Von über 1.800 landwirtschaftlichen Betrieben in Luxemburg haben jedoch verhältnismäßig wenige ihren Sitz im Süden des Landes. Deren Herausforderungen sind deshalb umso größer.
Am Samstag lud die Initiative Fairmëllech auf der „Foire agricole“ in Ettelbrück zu ihrem 15. Jubiläum. Unter den Gästen waren auch Prolek-Milchbauern, die aktuell jedoch noch keinen Grund zum Feiern haben.
Ekabe bleibt. Die Luxemburger Milch, auf der die Marke aufgebaut wurde, nicht. Was Lactalis gerade mit 70 Milchbauern macht, ist ein Lehrstück darüber, was passiert, wenn regionale Ernährungsstrukturen in Konzernhände geraten.