Der Sommer kostet ihn rund 50.000 Euro
Hitze und Dürre setzen dem Luxemburger Bauer Nico Kass zu – jetzt fordert er ein Umdenken
Die Wiesen sind braun, der Boden ist ausgetrocknet und das Winterfutter wird bereits im Sommer verfüttert. Für Landwirt Nico Kass zeigt sich auf seinen Feldern, was zunehmende Wetterextreme für Luxemburgs Landwirtschaft bedeuten können.
Nico Kass hat den Familienbetrieb 40 Jahre geführt. Im Interview spricht er über die Herausforderungen, die Wetterextreme wie 2026 mit sich bringen. Foto: Editpress/Alain Rischard
Nico Kass geht auf seinem Grasfeld in die Hocke und streicht mit der Hand über die gelben, vertrockneten Halme. Teilweise ziehen sich tiefe Risse durch den Boden. „Die extreme Hitze ist dieses Jahr ein ganz wesentlicher Faktor. Der Boden war aufgeheizt wie noch nie. Über Agrimeteo kann man die Bodentemperaturen verfolgen; wir lagen zeitweise bei 45 bis 50 Grad.“ Das könnte auch den Gräsern stark zugesetzt haben. „Mit ein wenig Regen kann Gras eigentlich ganz gut zurückkommen – aber nicht, wenn die Wurzeln verbrannt sind.“
Der 59-Jährige weiß, wovon er spricht. 2026 ist nicht das erste Krisenjahr, das der Landwirt erlebt. Mit 18 Jahren übernahm er den Hof von seinem Vater, im vergangenen Jahr übergab er ihn an seinen Sohn. Seit mehreren Generationen befindet sich der Betrieb in Familienhand. Der Fokus liegt auf der Milchproduktion. Kass hält derzeit knapp 350 Rinder. Gleichzeitig kennt der Landwirt die Sorgen der Branche aus zahlreichen Gremien. Seit fast 30 Jahren ist er gewählter Vertreter in der Landwirtschaftskammer, zudem sitzt er im Aufsichtsrat von Luxlait und engagiert sich seit Jahrzehnten in der „Baueren-Allianz“.