Luxemburgs Toiletten-Debakel

Klo-Projekt erntet 14 Gegenpetitionen und internationale Berichterstattung

Das umstrittene Unisex-Toiletten-Projekt hat in Luxemburg für massive Empörung gesorgt: 14 Gegenpetitionen, Kritik von Koalitionspartnern und sogar internationale Medien berichten über das „Toiletten-Debakel“.

DP-Minister Claude Meisch und Yuriko Backes diskutieren umstrittenen Plan vor Publikum mit viel Gegenwind

Der Plan der DP-Minister Claude Meisch und Yuriko Backes stieß auf viel Gegenwind Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Luxemburgs Toiletten-Debatte hat in den vergangenen Tagen für viel Wirbel gesorgt. Es war ein gefundenes Fressen für die ADR, die das ohnehin sensible Thema ausschlachtete, emotionalisierte und dadurch eine Empörungswelle gegen das Projekt von Bildungsminister Claude Meisch und Gleichstellungsministerin Yuriko Backes (beide DP) auslöste. Letztendlich fiel sogar ihr Koalitionspartner, die CSV, ihnen in den Rücken und sprach sich gegen das Projekt aus.

Welche Ausmaße das Ganze inzwischen angenommen hat, zeigt sich auch dadurch, dass bis dato nicht weniger als 14 Petitionen eingereicht wurden, die sich gegen die geplanten Unisex-Toiletten aussprechen, wie die Präsidentin der Petitionskommission Francine Closener (LSAP) gegenüber dem Tageblatt bestätigte. Noch nie zuvor seien so viele Petitionen als imminente Reaktion auf eine politische Ankündigung eingereicht worden.

Letztendlich kann aber nur eine Petition zu dem Thema zur Unterschriftensammlung freigegeben werden. In dem Fall hat jene, die zuerst eingereicht wurde (und von der Kommission angenommen wurde), Vorrang, erklärte Closener. Es handelt sich um Petition Nr. 3944, die am 27. Januar eingereicht wurde.

Anders als bei der Thematik, ob LGBTQ+-Themen Teil des Lehrplans sein sollen, gebe es bei den Unisex-Klos bisher keine Gegenpetition. Closener bedauerte, dass den Bestrebungen zur Gleichstellung infolge dieses Projekts ein heftiger Dämpfer verpasst wurde – auch aufgrund der mangelhaften Kommunikation zwischen den beiden Regierungsparteien. Zu dem Plan der beiden DP-Minister sagte die LSAP-Politikerin: „Es war gut gemeint, aber schlecht gemacht.“

Ach, was tut Luxemburg denn da?

Aber es geht noch weiter. Inzwischen hat sogar die deutschsprachige Presse aus dem Ausland von der Debatte Wind bekommen. Sowohl die Frankfurter Allgemeine als auch die Neue Züricher Zeitung berichten darüber, wie Toiletten die Luxemburger Regierung in eine Krise gestürzt haben.

Nach dem außergewöhnlich heftigen Gegenwind ruderte Meisch am Montag im RTL-Interview zurück: Mädchen- und Jungsklos sollen nicht verschwinden, es sollten lediglich neutrale Klos hinzukommen.

3 Kommentare
Luxmann 04.02.202618:51 Uhr

Normalerweise gibt es unisex toiletten schon seit langem dort wo wenig platz ist oder wo geld gespart wird (Bahn,flugzeug,billige restaurants usw.)
Vielleicht sollte Meisch das ganze unter diesem aspekt verkaufen ,dass gespart werden soll .

Guy Mathey 04.02.202618:40 Uhr

In Zusammenhang mit den sage und schreibe 14 Toilettenpetitionen muss ich zwangsläufig an Albert Einstein denken, der mal gesagt haben soll, es gäbe nur zwei Dinge die unendlich seien, nämlich das Universum und die Dummheit der Menschheit, wobei Einstein bzgl des Universums noch gewisse Zweifel hegte.

Manfred Reinertz Barriera 04.02.202617:58 Uhr

Es ist doch wohl klar, dass diese Toilettenaffäre wirklich lächerlich ist, und in jeder Hinsicht eine Geldverschwendung .......

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