Editorial
Wie die Klo-Frage uns in die Krise stürzt
Unisex-Toiletten erhitzen momentan die Gemüter in Luxemburg. Der Tonfall der Debatte und der Kommunikationsmangel zwischen den Koalitionsparteien sind allerdings schockierender als das Vorhaben des Bildungsministeriums. Ein Blick ins Klo.
Symbolbild: In der Theorie klingen inklusive Toiletten nach einer guten Idee, aber ... Foto: Isabel Spigarelli
Die Einführung von Unisex-Toiletten an Luxemburgs Schulen treibt das Land momentan auf die Online-Barrikaden. Die Kloschüsseln drohen die CSV-DP-Koalition in die Krise zu stürzen. Genauso wie die Luxemburger Gesellschaft, die derzeit eines ihrer hässlichsten Gesichter zeigt.
Über Unisex-Toiletten lässt sich durchaus streiten. Lasst uns einen Sitzkreis bilden und besprechen, für wen das stille Örtchen bisher ein Rückzugsort war und warum. Zusammen mit Mädchen, Jungs „and everyone in between“. Eine konstruktive Debatte zum Thema ist wichtig. Klar. Doch wer zurzeit am lautesten brüllt, sind Menschen, die sich wie Aasgeier auf Gleichstellungspolitik stürzen und jede Gesprächsbasis zerfleischen wie ein totes Tier.