Politmonitor
Bettel bleibt vorn, Frieden stagniert – Die meisten Politiker verlieren an Zuspruch
Im Politmonitor verlieren die meisten Minister und Abgeordneten an Zustimmung. Xavier Bettel (DP) bleibt der beliebteste Politiker in Luxemburg, Premier Luc Frieden stagniert auf Platz zwölf von 41 und am Ende des Rankings finden sich drei ADR-Abgeordnete.
DP-Außenminister Xavier Bettel (l.) hat gut lachen, er ist nach wie vor der beliebteste Politiker in Luxemburg. CSV-Premier Luc Frieden (r.) stagniert trotz erfolgreich abgeschlossener Tripartite auf Platz zwölf und liegt damit nur knapp vor DP-Familienminister Max Hahn (M.). Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
DP-Vizepremier und Außenminister Xavier Bettel bleibt der beliebteste Politiker in Luxemburg, CSV-Premier Luc Frieden stagniert auf dem zwölften Platz, auf den er bei der letzten Umfrage im Dezember abgestürzt war. Das geht aus dem von RTL und Wort bei Ilres in Auftrag gegebenen Politmonitor hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Zwischen dem 16. und 26. Juni hat das Meinungsforschungsinstitut insgesamt 1.020 Wählerinnen und Wähler zu Sympathie und Kompetenz von 41 Politikern befragt.
Insgesamt unterscheiden sich die Resultate diesmal nur geringfügig von denen der letzten Umfrage. Paulette Lenert (LSAP) bleibt im Beliebtheitsranking auf Platz zwei, obwohl sie die Abgeordnetenkammer bereits verlassen hatte und im Staatsrat vereidigt worden war, als die Umfrage durchgeführt wurde. Auf Platz drei folgt das LSAP-Urgestein Mars Di Bartolomeo. Beide verlieren zwar geringfügig (weniger als zwei Prozent), liegen aber weiterhin vor Landwirtschafts- und Sportministerin Martine Hansen (CSV), der ein Zugewinn von 0,6 Prozentpunkten reichte, um sich vom achten auf den vierten Platz zu verbessern. Hansens „Aufstieg“ ist vor allem den Verlusten der DP-Politiker geschuldet, die mit Ausnahme von Bettel und Kulturminister Eric Thill alle an Zuspruch einbüßen. Die höchsten Verluste bei den Liberalen erleiden Digitalisierungs- und Hochschulministerin Stéphanie Obertin (-5,3%) und die „Stater“ Bürgermeisterin Lydie Polfer (-3,9%), die vom vierten auf den siebten Platz zurückfällt.
Deprez gewinnt
Bei der CSV, die bei der „Sonndesfro“ Anfang Mai starke Verluste einfuhr und nur noch auf 15 Sitze kam, heißt die Gewinnerin Martine Deprez: Die Gesundheits- und Sozialministerin kann sich gegenüber dem Politmonitor im Dezember um 5,3 Prozentpunkte verbessern. Während Luc Frieden und der neue Arbeitsminister Marc Spautz sich über sehr leichte Zugewinne (von 0,6 und 0,7%) freuen dürfen und Laurent Zeimet trotz Fraktionsvorsitz stagniert, verlieren alle anderen CSV-Politiker – am stärksten Kammerpräsident Claude Wiseler (-7%), Innenminister Léon Gloden (-4,6%), Finanzminister Gilles Roth (-4,3%), Umweltminister Serge Wilmes (-3,5%) und der geschasste Arbeitsminister Georges Mischo (-3,4%).
Auch die meisten LSAP-Politiker verlieren an Zustimmung, die meisten jedoch weniger als zwei Prozentpunkte. Am stärksten verlieren die früheren Co-Parteipräsidenten Dan Biancalana (-4%) und Francine Closener (-2,9%) sowie Fraktionspräsidentin Taina Bofferding (-2,4%), die sich jedoch vom zehnten auf den neunten Platz verbessern kann.
Die Grünen-Abgeordneten Sam Tanson (-2%), Meris Sehovic (-3,5%) und die zur EIB wechselnde Joëlle Welfring (-3,3%) verlieren ebenfalls, jedoch weniger stark als die ADR-Abgeordneten Fred Keup (-4,5%) und Tom Weidig (-4,6%), die im Ranking die letzten beiden Plätze belegen. Von der ADR gewinnt lediglich Parteipräsidentin Alexandra Schoos, die damit Keup überholt und nur noch Drittletzte ist. Bei den Piraten gewinnt Marc Goergen drei Prozentpunkte, während Sven Clement die fünf Prozentpunkte, die er beim letzten Mal hinzugewonnen hatte, fast wieder vollständig verliert. Die beiden linken Abgeordneten Marc Baum (-0,4%) und David Wagner (-0,6%) verlieren geringfügig, können ihre Positionen im Ranking jedoch leicht verbessern.
Ilres begann seine Umfrage in diesem Jahr am 16. Juni, eine Woche, nachdem das Tripartite-Abkommen zwischen Regierung und Sozialpartnern unterzeichnet worden war. Vergangenes Jahr wurde die Umfrage einen Monat früher (18. Mai bis 3. Juni) durchgeführt.