Fragen an die Regierung

Die Folgen von Hitzewelle und Trockenheit beschäftigen auch die Chamber

Familienminister Max Hahn bestätigt einen Medienbericht zur Evakuierung von 431 Personen aus der ONA-Zeltstadt auf Kirchberg wegen extremer Temperaturen.

Familienminister Max Hahn (DP) besucht ONA-Notstruktur in Rodingen, engagiert für soziale Unterstützung und Familienhilfe

Familienminister Max Hahn (DP) bei einem Besuch in der ONA-Notunterkunft in Rodange Foto: Editpress/Claude Lenert

Folgen von Hitze und Dürre für Landwirte

Die Hitze der vergangenen Wochen und die anhaltende Trockenheit beschäftigen in dieser Woche das luxemburgische Parlament. Gleich zwei Fragen der Chamber-Abgeordneten Ben Streff (LSAP) und André Bauler (DP) an Landwirtschaftsministerin Martine Hansen (CSV) drehten sich am Dienstagnachmittag um die Folgen für die luxemburgischen Bauern. Während sich der Ost-Abgeordnete Streff nach den Strategien der Regierung zum Schutz des Weinbaus erkundigte, wollte Bauler wissen, ob es schon Feedback der Landwirte zur andauernden Trockenheit und möglichen Auswirkungen auf den Anbau gebe. Laut Ministerin Hansen sei es zwar noch zu früh für eine Bilanz, sie berichtete jedoch von Milchbauern, die sie auf der „Foire agricole“ über die sinkende Produktivität ihrer Tiere bei hohen Temperaturen informiert hätten. Auch müssten Gemüsebauern durch stärkere Bewässerung mit höheren Kosten rechnen. Hansen erinnert zudem an eine mögliche finanzielle Unterstützung: Der Staat übernehme in vielen Bereichen der Landwirtschaft 60 Prozent der Kosten einer Versicherung gegen Trockenheit – bislang jedoch nicht im Weinbau. Sollte es dort zu Ertragsausfällen von mehr als 30 Prozent kommen, könnten betroffene Bauern jedoch staatliche Beihilfe beantragen.


ONA-Struktur wegen hoher Temperaturen evakuiert

Auf Nachfrage der Grünen-Abgeordneten Djuna Bernard bestätigte Familienminister Max Hahn (DP) einen Medienbericht der vorvergangenen Woche. Der Sender 100,7 hatte am 26. Juni berichtet, dass 431 Personen aus der Zeltstadt auf Kirchberg in eine Notunterkunft auf dem Findel umgesiedelt werden mussten. Hahn beschrieb das Netzwerk der ONA-Strukturen als „ganz heterogen“, einige Unterkünfte seien besser gegen die Hitze gewappnet als andere. Weil die Kühlmöglichkeiten in der Zeltstadt nicht gut genug funktioniert hätten, habe man die Entscheidung getroffen, vulnerable Personen für sieben Tage in eine Noteinrichtung zu evakuieren. Laut Hahn sei das „nicht zum ersten Mal“ passiert.


Nihilistischer Extremismus

LSAP-Fraktionschefin Taina Bofferding zeigte sich in ihrer Frage an Innenminister Léon Gloden (CSV) besorgt über die Entwicklung des sogenannten gewalttätigen nihilistischen Extremismus. Besonders junge Menschen seien gefährdet, durch Akteure im Internet radikalisiert zu werden. Die Staatsanwaltschaft hatte sich jüngst mit einem Gesetzesvorschlag zu Wort gemeldet, weil ihr aktuell die nötigen juristischen Mittel fehlten, um das Phänomen zu erfassen. Minister Gloden betonte, dass Aufklärung und Prävention neben der nötigen Gesetzgebung besonders wichtig seien.

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