Luxemburg-Stadt

Opposition hat jede Menge Vorschläge, um die Schulorganisation zu verbessern

Während die Mehrheit den Kurs des Schöffenrats lobt, mahnen „déi gréng“, LSAP und „déi Lénk“ konkrete Ergebnisse, bessere Schulinfrastruktur und stärkere Maßnahmen für die Gesundheit der Schüler an.

Grundschule in der rue Michel Welter, Luxemburg-Stadt, modernes Schulgebäude bei klarem Himmel

Die Grundschule in der rue Michel Welter in Luxemburg-Stadt Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Die Schulorganisation stand auch am Freitagmorgen im hauptstädtischen Gemeinderat auf dem Programm. Dieses Mal hatten die Gemeinderäte das Wort, nachdem der zuständige Schöffe Paul Galles die Organisation bereits am 1. Juli vorgestellt hatte.

Von den beiden Mehrheitsparteien kam erwartungsgemäß viel Lob für die Arbeit des Schöffenrats. Kritische Anmerkungen gab es kaum. In ihren Reden gingen Colette Maart (DP) und Angélique Bartolini (CSV) vor allem auf dieselben Problematiken ein, die Galles bereits angesprochen hatte: die zunehmenden Herausforderungen für Gebäude und Pädagogen, die Sorgen um Mobbing sowie die mentale und körperliche Gesundheit der Kinder. Maart brachte es auf den Punkt: „Wir gehen in die richtige Richtung.“

Kritik der Opposition

Deutlich kritischer klang es aus den Reihen der Opposition. Christa Brömmel von „déi gréng“ präsentierte in ihrer Rede eine ganze Reihe von Verbesserungsvorschlägen und Anregungen zum Umdenken. Insgesamt gebe es zwar viele gute Ideen, doch frage sie sich: „Wann sehen wir konkrete Resultate der Vision der Mehrheit?“ Das derzeitige System sei alles andere als gerecht – insbesondere, weil die Existenz privater Schulen zu einer sozioökonomischen Segregation führe. Man müsse dringend dafür sorgen, dass die öffentlichen Schulen wieder attraktiver würden. Zudem bemängelte Brömmel den Mangel an Kommunikation zwischen den verschiedenen Einrichtungen. Es gebe weiterhin einen erheblichen Rückstand beim Bau notwendiger Strukturen. Vor allem bei hitzeresistenten, begrünten und mit ausreichend Spielgeräten ausgestatteten Schulhöfen bestehe noch großer Handlungsbedarf. „Wir sehen, dass Anstrengungen unternommen werden, aber es reicht einfach nicht.“

Auch die Rede von Gabriel Boisante (LSAP) war von zahlreichen Nachfragen und Anregungen geprägt und thematisierte ebenfalls die mentale und körperliche Gesundheit der Schüler. Unter anderem fragte er den Schöffenrat, welche Strategien geplant seien, um der zunehmenden Fettleibigkeit unter Schülern entgegenzuwirken. Darüber hinaus forderte er eine präzise Übersicht über den Zustand sämtlicher Schulen, Bildungsgebäude und Schulinfrastrukturen.

Konzept prüfen

David Wagner von „déi Lénk“ hielt sich kurz und regte an, das Konzept einer Ganztagsschule zu prüfen. Die Stadt Luxemburg könne sich ein solches Modell durchaus leisten. Das Gesamtkonzept müsse nicht obligatorisch sein, könne jedoch berufstätigen Eltern entgegenkommen. „Und das könnte die Planungsarbeit vereinfachen.“

„Wir schicken die Kinder in die Schule, damit sie eine gute Schulbildung erhalten“, wies Claude Radoux (DP) einen Teil der Kritik und Vorschläge der Oppositionsparteien zurück, als er das Wort ergriff. „Und nicht, damit sie im Schatten im Schulhof sitzen oder um die Integration zu fördern.“ Damit arbeitete das Mehrheitsmitglied bereits dem zuständigen Schöffen Paul Galles zu, der am Montag auf die Redebeiträge der Gemeinderäte eingehen wird.

Tom Weidig (ADR) hielt zum Abschluss die kürzeste Rede. „Ich würde gerne im Detail über die Schulorganisation sprechen, muss jedoch feststellen, dass dies – wie bereits in den vergangenen zwei Jahren – nicht möglich ist. Unsere Partei ist weder Mitglied noch Beobachter der Schulkommission. Das halte ich für unfair, insbesondere weil „déi Lénk“ (Anm. der Red: beide Parteien verfügen im Gemeinderat über die gleiche Anzahl an Sitzen) in der betreffenden Kommission vertreten ist. Aus Protest werden wir deshalb keine Rede halten.“ Allerdings war Weidig auch bei der Vorstellung der Schulorganisation durch Schöffe Paul Galles am Montag nicht anwesend.

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