Luxemburg-Stadt
Die „Schueberfouer“ ist eröffnet – und der Regen ist mit am Start
Scheinbar ist der Regen ein großer Freund der „Fouer“. Auf jeden Fall war er pünktlich zur Eröffnung am Start. So auch die politische Prominenz der Hauptstadt und etliche Fans von nah und fern.
Die politische Prominenz der Hauptstadt war natürlich wieder zum Auftakt der „Schueberfouer“ am Start Foto: Editpress/Alain Rischard
„Natürlich sind wir hier. Das ist doch Tradition“, sagen zwei ältere Damen, die im großen Pulk am Eingang der „Schueberfouer“ auf die offizielle Eröffnung warten. Die Gäste stehen hier dicht gedrängt, ein Durchkommen ist nur schwer möglich. Am rot-weiß-blauen Bändchen hat sich die Luxemburger Politprominenz versammelt und schüttelt breit grinsend und gut gelaunt die Hände der umstehenden Zuschauer. Mit dabei sind unter anderem Außenminister Xavier Bettel, Verteidigungs- und Gleichstellungsministerin Yuriko Backes, die Schöffen Laurent Mosar, Maurice Bauer, Patrick Goldschmidt und Simone Beissel sowie mehrere Gemeinderäte. Doch die Hand an der Schere hat natürlich Bürgermeisterin Lydie Polfer, die mit einem geübten Schnitt das Band durchtrennt.
Es wird geklatscht, und prompt stimmt die Städtische Harmonie Luxemburg und Limpertsberg den ersten „Hämmelsmarsch“ an. „Ich bin von klein auf jedes Jahr hier. Das darf man sich nicht entgehen lassen, das gehört einfach dazu“, sagt der 26-jährige Sebastian aus Esch. „Das Schönste sind sicher die Fahrgeschäfte. Da ist für jeden etwas dabei, und jedes Jahr warten neue Entdeckungen und alte Favoriten.“
Auftakt zieht viele Besucher an
Auch Sebastian, Anthony und Philip aus Trier sind mit dabei. Die drei Freunde kommen regelmäßig zum Beginn der Kirmes nach Luxemburg. „Die Schueberfouer ist nur einmal im Jahr, da muss man dabei sein.“ Überhaupt scheint der Auftakt der Fouer neben zahlreichen Luxemburgern auch viele Besucher aus dem Ausland angelockt zu haben. In gleich mehreren Sprachen schnappt das Tageblatt Erklärungen darüber auf, was die Schueberfouer eigentlich ist.
Während sich der Zug der Politiker weiter in Richtung Karussell und Riesenrad schlängelt, nimmt der Regen zu. Ein Blick in die Seitenstraßen zeigt, dass zumindest zum Eröffnungsakt deutlich weniger Besucher als in anderen Jahren auf der Fouer unterwegs sind. Viele der Anwesenden suchen in Zelten und unter Vordächern Schutz vor dem Regen. Während die Politprominenz eine Gratisrunde auf dem traditionellen Karussell dreht, sind die meisten Begleiter ohnehin von den Schafen abgelenkt. Sie stehlen sogar Maskottchen Lämmy die Show.
Ganz ins Wasser fällt der erste Abend der Fouer aber nicht. Knapp eine Stunde nach der offiziellen Eröffnung ist der Regen wieder verschwunden, die Abendsonne strahlt über den Glacis und der Rummel nimmt Fahrt auf. Bis zum 9. September geht der Spaß nun täglich von 12 Uhr mittags bis 1 Uhr nachts weiter.
Määäh mittendrin

Sie sind die tierischen Stars der Schueberfouer-Eröffnung Foto: Editpress/Alain Rischard
Thierry Sontag aus Limpach gehört am Freitagabend zu den beliebtesten Fotomotiven am Karussell. Er führt nämlich drei der fünf Kirmesschafe mit sich, die traditionell bei der Eröffnung mit von der Partie sind. „Die Schafe sind den ganzen Rummel gewohnt. Das ist nicht die einzige Kirmes, die wir im Jahr besuchen“, erklärt der 31-Jährige. Zwischendurch werden die Tiere immer wieder mit Leckereien und Streicheleinheiten verwöhnt.
Es seien ganz gewöhnliche Hausschafe. „Aber wir nehmen natürlich diejenigen mit, die den passenden Charakter haben. Sie müssen gerne auf Leute zugehen und die Aufmerksamkeit genießen.“ Rund 30 Schafe hält die Familie auf ihrem Hof. Die tierischen Schueberfouer-Stars sind zwischen sechs und acht Jahre alt.
Einer der fünf Hammel sei in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. „Das ist unser Lehrling, der muss noch ausgebildet werden“, scherzt der Hirte. „Für ihn ist der Auftritt heute natürlich schon sehr aufregend.“ Das einjährige Tier wirkt allerdings selbst beim lautstarken „Hämmelsmarsch“ nicht sonderlich beeindruckt vom Trubel auf der Fouer und holt sich stattdessen lieber noch eine Leckerei ab. „So wird die Tradition weitergegeben“, sagt Thierry Sontag.