Tier des Tages
Der Graureiher: Der stille Jäger unserer Gewässer
Gemeinsam mit dem „Centre de soins pour la faune sauvage“ stellt das Tageblatt während der Sommerferien heimische Wildtiere vor und zeigt, wie verletzte oder geschwächte Tiere in der Pflegestation versorgt werden.
Foto: Centre de soins pour la faune sauvage
Der Graureiher ist der in Luxemburg am häufigsten beobachtete Reiher und zählt zu den imposantesten Wasservögeln Europas. Mit bis zu 98 cm Körperlänge und einer Flügelspannweite von bis zu 195 cm gehört er zu den größten heimischen Vogelarten. Sein graues Gefieder, der lange, dolchartige Schnabel und der S-förmig gebogene Hals im Flug machen ihn unverwechselbar.
Der Graureiher ist ein geduldiger Jäger: Oft steht er regungslos im flachen Wasser oder bewegt sich langsam vorwärts, bis er blitzschnell Fische erbeutet. Neben Fischen frisst er auch Amphibien, Insekten und kleine Säugetiere und trägt so zum ökologischen Gleichgewicht unserer Gewässer bei.
Foto: Centre de soins pour la faune sauvage
In Luxemburg lebt er an Flüssen, Seen, Feuchtwiesen und in baumbestandenen Landschaften. Gebrütet wird meist in Kolonien hoch in den Bäumen, wo drei bis fünf Eier ausgebrütet werden. Die Jungvögel bleiben mehrere Wochen im Nest, bevor sie selbstständig werden.
Im Jahr 2025 wurden in der Pflegestation insgesamt neun Graureiher aufgenommen und versorgt. Die Betreuung dieser sensiblen Wasservögel erfordert viel Erfahrung, Ruhe und ein genaues Verständnis ihres natürlichen Verhaltens, um sie erfolgreich wieder in die Natur zurückzuführen.