„Fühlte mich im Stich gelassen“

Anwohner kritisiert Kommunikation nach Gewalttat auf Limpertsberg – Polizei und Stadt reagieren

Als empathielos und kalt beschreibt ein Mann die Kommunikation mit der Polizei nach dem mutmaßlichen Mord an einer Frau am Dienstag auf Limpertsberg. Auch das Verhalten der Stadt Luxemburg kritisiert er – und schildert seine Eindrücke der vergangenen Tage.

Blumen vor Mehrparteienhaus niedergelegt nach Tod einer Frau am Dienstag

Vor dem Mehrparteienhaus, in dem am Dienstag eine Frau starb, wurden danach Blumen niedergelegt Foto: Editpress/Julien Garroy

„Ich arbeite heute im Homeoffice und weiß, dass nur wenige Mauern zwischen mir und dem Ort stehen, an dem eine Frau gestorben ist. Ich bin nicht empfindlich, aber man fühlt sich damit allein gelassen“, sagt Pol Müller* am Donnerstagmorgen am Telefon. Der Bewohner vom Limpertsberg wohnt nur zwei Häuser von dem Mehrparteienhaus entfernt, in dem am Dienstag ein Mann kurz nach 14.20 Uhr zwei Frauen mit einem Messer angriff. Eine 35 Jahre alte Frau aus Frankreich starb wenig später, eine 36-jährige Luxemburgerin wurde schwer verletzt. Pol Müller kennt die Verletzte und hofft, dass für seine Nachbarin wieder alles in Ordnung kommt.

Seit Dienstag belasten den 47-Jährigen allerdings nicht nur die tragischen Ereignisse in der Avenue de la Faïencerie. Er verfolgt seit längerem die Kommunikation der Behörden in Luxemburg und kritisiert – wie auch andere Menschen aus der Nachbarschaft – die Informationspolitik nach der Gewalttat am Dienstag. Als der Luxemburger, der seit zwei Jahren in dem Viertel lebt, nach der Arbeit an der Straßensperrung vor seinem Haus ankam und sich bei der Polizei erkundigte, ob er in seine Wohnung könne, empfand er den Austausch mit einer Beamtin und einem Beamten als „kalt, abweisend und ohne jede Empathie“.

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