Kommentar
Bei einer Messerattacke werden zwei Frauen angegriffen, eine stirbt – trotzdem schweigen die Behörden
Nach der tödlichen Messerattacke auf zwei Frauen in Luxemburg blieb die offizielle Kommunikation auffallend dürftig. Dabei hätten die Menschen Anspruch auf klare und verlässliche Informationen.
Limpertsberg, kurz nach der Tat am Dienstagnachmittag – auch am Mittwochmorgen ist kaum etwas über den Hergang bekannt Foto: Tageblatt
Messerattacke auf zwei Frauen am helllichten Tag auf dem Limpertsberg. Eine Frau ist tot, die andere schwer verletzt. Danach eine Großfahndung der Polizei, eine Verfolgungsjagd bis nach Bridel, wo der mutmaßliche Täter gestoppt und festgenommen wird.
Luxemburg erlebt selten ein derart brutales Verbrechen. Zum Glück. Geschieht doch eines, ist der Schock umso größer. Die Reaktion von offizieller Seite? Außer Communiqués der Polizei: nichts. Keine Informationen, keine spontane Anteilnahme nach der tödlichen Attacke auf zwei Frauen, keine Beruhigung der Anrainer. Im Gegenteil: Bis Dienstagabend gab es nicht einmal konkrete Angaben dazu, ob es weitere Täter geben könnte. Um dies auszuschließen, habe die Polizei ihre Fahndung vorerst nicht beendet, hieß es kurz vor 18.00 Uhr im routinemäßig an die Medien verschickten „Police-Bulletin“. Ab da: Funkstille. Dasselbe am Mittwochmorgen. Keine offizielle Stellungnahme.