Pestizide im Obst

„Das ist diffamierend“ – Landwirte wehren sich gegen den Gift-Vorwurf

Wie belastet ist unser Obst wirklich? Neue Daten zu Pestizidrückständen in Luxemburger Äpfel lassen die Alarmglocken schrillen. Der „Landesuebstbauveräin“ widerspricht deutlich – und spricht von verzerrter Darstellung.

Konventionell angebaute Äpfel aus Luxemburg mit hohen Pestizidrückständen laut Pesticide Action Network Europe

Das „Pesticide Action Network“ (PAN Europe) hat auf den konventionell angebauten Äpfeln aus Luxemburg überdurchschnittlich viele Pestizidrückstände gefunden Foto: Editpress/Tania Feller

„Ich finde die ganze Vorgehensweise dramatisch“, sagt Jean-Claude Muller, Landwirt und Präsident des „Landesuebstbauveräin“. Dramatisch meint hier nicht die Rückstände an sich, sondern die Art, wie darüber gesprochen wird. „Es kommen Resultate heraus, die so nicht real sind. Sie werden falsch dargestellt und interpretiert. Das ist diffamierend. Da wird ein ganzer Beruf an den Pranger gestellt.“

Doch die Zahlen aus dem Tageblatt-Artikel von Donnerstag waren eindeutig und unbequem. 93 Prozent der getesteten konventionellen Äpfel enthielten messbare Pestizidrückstände, oft mehrere gleichzeitig. Luxemburg lag dabei über dem EU-Durchschnitt. Für Kleinkinder wären über 90 Prozent dieser Äpfel nach den Regeln für Babynahrung eigentlich nicht geeignet.

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