Pestizide
„Luxemburger Äpfel sind sicher“ – Landwirtschaftsministerium reagiert auf Mouvement écologique
Das Landwirtschaftsministerium weist die Vorwürfe zurück und warnt vor „unnötiger Verunsicherung“. Die Landwirtschaftskammer wünscht sich unterdessen mehr biologische Pflanzenschutzmittel.
„Konform“ bedeutet nicht automatisch unbedenklichm meint der Mouvement écologique Foto: Marcel Kusch/dpa
Das Landwirtschaftsministerium reagiert auf die Debatte um Pestizidrückstände in Äpfeln und warnt vor „unnötiger Verunsicherung“. Luxemburger Äpfel seien sicher, heißt es in einer Mitteilung vom Freitag.
Zur Begründung verweist das Ministerium auf EU-Regeln, die auf Bewertungen der EFSA beruhen und Essgewohnheiten von Kindern und Erwachsenen berücksichtigen. ALVA-Kontrollen bestätigten, dass Äpfel aus Luxemburg die gesetzlichen Vorgaben einhalten und „ohne gesundheitliches Risiko“ verzehrt werden könnten. Rückstandhöchstgehalte (MRL) seien zudem keine toxikologischen Schwellenwerte.
Zwischen 2009 und 2025 habe ALVA 182 Apfelproben untersucht, davon 97 aus Luxemburg. Nur eine ausländische Probe sei wegen Triadimenol nicht konform gewesen. Das Ministerium verweist außerdem auf eine Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes seit 2016 um über 50 Prozent.
„Raum für Optimierungen“
Das Mouvement écologique hält dagegen: „Konform“ bedeute nicht automatisch unbedenklich, weil Konsumenten meist Mischungen mehrerer Wirkstoffe aufnehmen. Für diese „Cocktail“-Belastung gebe es keine verbindlichen Grenzwerte und die Messungen würden gegenseitige Verstärkungseffekte nicht berücksichtigen.
Auch die Landwirtschaftskammer stellt sich hinter die staatlichen Analysen und betont, bislang habe es in Luxemburg keinen einzigen Fall mit Belastungen oberhalb der gesetzlichen Normen gegeben. Zugleich kritisiert sie die „tendenziöse und reißerische“ Darstellung des Mouvement écologique. Die PAN-Europe-Veröffentlichung zeige aber auch: In der Praxis gebe es „Raum für Optimierungen“. Pflanzenschutz sei im Obstbau wirtschaftlich notwendig, das Ziel müssten jedoch möglichst geringe und unbedenkliche Rückstände bleiben.
Die Kammer verweist darauf, dass bereits teils biologische Mittel eingesetzt würden, es aber noch zu wenige Alternativen zu synthetischen Produkten gebe, und fordert, EU-Zulassungen für biologische Pflanzenschutzmittel zu vereinfachen und zu beschleunigen. Zudem verlangt sie ausreichend Fördermittel, um Maßnahmen zur Reduktion gezielt zu unterstützen.