Analyse von außen
Ungarn könnte zum Experimentierfeld von Wahlmanipulationen werden
Der Wahlkampf für Ungarns Parlamentswahl beginnt zwar offiziell erst im März, doch schon jetzt erlebt das Land eine politische Dynamik wie seit wohl einer Generation nicht.
Sollte der ungarische Regierungschef Viktor Orban die Parlamentswahl im April verlieren, büßt er seinen großen Einfluss im globalen illiberalen Netzwerk ein Foto: Mandel Ngan/AFP
Erstmals in 15 Jahren zeigt Viktor Orbáns Fidesz-Regierung sichtbare Verfallserscheinungen; in der Öffentlichkeit findet eine landesweite Debatte darüber statt, ob der Ministerpräsident im April endlich abgewählt werden kann. Trotz solcher Aufbruchstimmung in Richtung politischen Wandels mahnt die Geschichte freilich zur Vorsicht – insbesondere im Kampf gegen einen Machthaber und eine Partei, die die „Spielregeln“ neu bestimmt haben. Mit dem Nachlassen von Orbáns Einfluss und den immer extremeren Überlebensstrategien seiner Partei bahnt sich ein Experimentierfeld für Wahlmanipulationen an, das europäische Führungskräfte aufmerksam im Auge behalten sollten.