Babymilch
EU führt gesetzliche Grenzwerte für Giftstoff Cereulid ein
Nach dem Rückruf verunreinigter Babymilch Anfang des Jahres führt die EU neue Grenzwerte für den Giftstoff Cereulid ein. Künftig müssen Säuglingsnahrung und medizinische Nahrung für Babys auf den Stoff getestet werden.
Babymilch muss künftig auf Cereulid getestet werden Symbolfoto: Freepik/rawpixel.com
Nach einem Skandal um verunreinigte Babymilch-Produkte Anfang des Jahres führt die EU gesetzliche Grenzwerte für den Giftstoff Cereulid ein. Babymilch, Milchpulver und medizinische Nahrung für Säuglinge sollen in der EU in Zukunft auf den Giftstoff getestet werden, teilte die EU-Kommission am Freitag mit. Die Grenzwerte basieren demnach auf Empfehlungen der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).
Mehrere Hersteller, darunter europäische Großkonzerne wie Nestlé, Danone und Lactalis, hatten Anfang des Jahres in mehr als 60 Ländern weltweit Säuglingsnahrung zurückgerufen. Grund war die mögliche Verunreinigung der Produkte mit dem Giftstoff Cereulid, der Durchfall und Erbrechen verursachen kann. Nach Angaben der EFSA und des ECDC wurden in mindestens sieben europäischen Ländern Fälle von erkrankten Kleinkindern gemeldet.
Giftstoff gelangte über Zutaten aus China in die Produkte
Die Spur führt nach EU-Angaben nach China. Cereulid wurde den Angaben zufolge erstmals im Dezember in Chargen von Präparaten nachgewiesen, die den Inhaltsstoff Arachidonsäureöl aus China enthielten. Die EU hat im Februar deshalb bereits schärfere Importkontrollen für den Stoff eingeführt.
Arachidonsäure ist ein für Säuglinge wichtiger Nährstoff, der auch in Muttermilch enthalten ist. Der Giftstoff Cereulid kann entstehen, wenn Babynahrung oder die Zutaten zu lange warmgehalten oder wiederholt aufgewärmt werden.
Bacillus cereus
Bacillus cereus kann Lebensmittelvergiftungen auslösen, deren Symptome von der Art des Toxins abhängen. Das Bakterium ist hitzebeständig und kann normale Kochtemperaturen überleben. Typische Beschwerden treten in zwei Formen auf:
- Brechreiz, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und manchmal leichter Durchfall, meist 30 Minuten bis 6 Stunden nach dem Verzehr kontaminierter Lebensmittel;
- Wässriger Durchfall, Bauchkrämpfe und seltener Übelkeit, meist 6 bis 24 Stunden nach dem Verzehr kontaminierter Lebensmittel.