Erneuter Lebensmittelrückruf
Bereits zurückgerufene Säuglingsmilch gelangt wieder in den Handel
Wegen einer möglichen Cereulid-Kontamination mit gesundheitlichen Risiken ruft die ALVA Säuglingsmilch der Marke „Nutrilion“ zurück – bereits zum zweiten Mal aufgrund eines Fehlers.
Die Lebensmittelbehörde muss ein Säuglingsmilch-Produkt aufgrund eines Fehlers in der Vetriebskette ein zweites Mal zurückrufen Foto: Magnific
Die Lebensmittelbehörde (ALVA) ruft am Mittwoch Säuglingsmilch der Marke „Nutrilion“ wegen einer möglichen Cereulid-Kontamination zurück. Dabei handelt es sich um einen Giftstoff, der vom Mikroorganismus Bacillus cereus produziert wird und normale Kochtemperaturen überstehen kann.
Bei dem Rückruf handelt es sich im Grunde um eine Aktualisierung einer älteren Rückrufaktion, denn bereits im Januar und Februar 2026 wurden rund 50 Säuglingsmilchprodukte zurückgerufen. Bei der aktuellen Warnung handelt es sich um Säuglingsmilchpulver, das bereits im Februar zurückgerufen und anschließend wieder auf den Markt gebracht wurde, geht aus der LU-Alert-Webseite hervor. Ein Fehler in der Vertriebskette im Ausland habe dazu geführt, dass nicht konforme Produkte in den Handel gelangten.
Betroffen ist die 800-Gramm-Pudermilch-Einheit „PROfutura 1“ mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum vom 4. Juli 2027 und der Lot-Nummer 20270604. Das Produkt ist mit dem Barcode 8718117612352 versehen und wurde in diversen Verkaufsstellen Luxemburgs vertrieben.
Die Plattform LU-Alert verzeichnet für das Produkt die Warnstufe Orange, was einem „mittleren Risiko“ entspricht. (WiR)
Bacillus cereus
Bacillus cereus kann Lebensmittelvergiftungen auslösen, deren Symptome von der Art des Toxins abhängen. Das Bakterium ist hitzebeständig und kann normale Kochtemperaturen überleben. Typische Beschwerden treten in zwei Formen auf: Brechreiz, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und manchmal leichter Durchfall, meist 30 Minuten bis 6 Stunden nach dem Verzehr kontaminierter Lebensmittel; wässriger Durchfall, Bauchkrämpfe und seltener Übelkeit, meist 6 bis 24 Stunden nach dem Verzehr kontaminierter Lebensmittel.
Erbrechen und Durchfall können zu einer schnellen Dehydrierung führen, was für Säuglinge besonders gefährlich sein kann. Betroffene sollen bei Symptomen umgehend einen Arzt aufsuchen, dem sie den Verzehr des Produktes melden.