31 Rückrufe wegen Giftstoff

Säuglinge sollen betroffene Babymilch auf keinen Fall verzehren

Seit Anfang Januar ruft Luxemburg Babymilch zurück: 31 Produkte könnten mit dem hitzebeständigen Toxin Cereulid kontaminiert sein. Verbraucher sollen betroffene Produkte unbedingt meiden.

31 zurückgerufene Babymilchprodukte wegen möglicher Cereulid-Kontamination seit Januar 2024

31 Babymilchprodukte wurden seit Anfang Januar wegen einer möglichen Kontamination mit Cereulid zurückgerufen Symbolfoto: Freepik/rawpixel.com

Wegen einer möglichen Toxin-Kontamination sind in den vergangenen Wochen in Luxemburg mehrfach Babynahrungsprodukte verschiedener Marken zurückgerufen worden. Die betroffenen Produkte enthalten möglicherweise Cereulid – ein hitzebeständiges Bakterium, das normale Kochtemperaturen überleben kann. Am Donnerstag äußerte sich das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Weinbau in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit dem Ministerium für Gesundheit und Soziales zu den Vorfällen.

Insgesamt seien seit dem 6. Januar 31 Säuglingsmilchprodukte verschiedener Marken zurückgerufen worden. Die in den Produkten enthaltene Omega-6-Fettsäure ARA (Arachidonsäure-reiches Öl) sei mit dem von Bacillus cereus produzierten Cereulid kontaminiert. Aufgrund der Hitzeresistenz des Toxins sollen Verbraucher die betroffenen Produkte – erkennbar an bestimmten Chargennummern – auf keinen Fall verzehren.

Die luxemburgische Veterinär- und Lebensmittelbehörde (ALVA) empfiehlt zudem, Rückrufe über das Portal für Lebensmittelsicherheit zu prüfen. Informationen würden dort regelmäßig aktualisiert und zusätzlich über LU-Alert veröffentlicht. Auch ausländische Rückrufsysteme informieren über betroffene Produkte. Betroffene können diese über die entsprechenden nationalen Systeme verfolgen.

Bacillus cereus

Bacillus cereus kann Lebensmittelvergiftungen auslösen, deren Symptome von der Art des Toxins abhängen. Das Bakterium ist hitzebeständig und kann normale Kochtemperaturen überleben. Typische Beschwerden treten in zwei Formen auf:

  • Brechreiz, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und manchmal leichter Durchfall, meist 30 Minuten bis 6 Stunden nach dem Verzehr kontaminierter Lebensmittel;
  • Wässriger Durchfall, Bauchkrämpfe und seltener Übelkeit, meist 6 bis 24 Stunden nach dem Verzehr kontaminierter Lebensmittel.

Bisher keine erkrankten Babys

Andere europäische Länder sind ebenfalls betroffen. Laut Pressemitteilung lieferte vermutlich derselbe internationale Hersteller die kontaminierte Zutat an mehrere Babymilchproduzenten. Die ALVA arbeite eng mit EU-Behörden und den betroffenen Unternehmen zusammen, um die Produkte schnell vom Markt zu nehmen.

Bislang seien der Gesundheitsbehörde keine Fälle von erkrankten Babys bekannt. Erbrechen und Durchfall könnten jedoch zu einer schnellen Dehydrierung führen, was für Säuglinge besonders gefährlich sein kann. Betroffene sollen bei Symptomen umgehend einen Arzt aufsuchen, dem sie den Verzehr des Produktes melden.

Eine Liste der zurückgerufenen Produkte ist auf der Webseite der Lebensmittelsicherheitsbehörde abrufbar. Eine gezielte Kontrollkampagne der ALVA soll zudem überprüfen, ob auch andere Babynahrungsprodukte Cereulid enthalten.

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