Cereulid-Verdacht
ALVA warnt erneut vor „Nutrilon“-Babymilch – weiteres Produkt betroffen
Zum wiederholten Mal ruft die ALVA Säuglingsmilch der Marke „Nutrilon“ zurück. Ein weiteres Produkt ist möglicherweise mit dem Giftstoff Cereulid belastet.
Die ALVA ruft erneut Säuglingsmilch der Marke „Nutrilon“ zurück Symbolfoto: Unsplash/jaye_haych
Die Liste der zurückgerufenen Säuglingsmilchprodukte wächst weiter: Die ALVA warnt am Mittwoch erneut vor einem „Nutrilon“-Produkt, das möglicherweise mit dem Giftstoff Cereulid belastet ist. Betroffen ist dieses Mal die 800-Gramm-Pudermilch-Einheit „Nutrilon Profutura Duobiotik 2*“. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist der 3. September 2027. Die Lot-Nummer lautet 20270903.
Bei Cereulid handelt es sich um einen Giftstoff, der vom Mikroorganismus Bacillus cereus produziert wird. Er kann normale Kochtemperaturen überstehen. Die Plattform LU-Alert verzeichnet für das betroffene Produkt die Warnstufe Orange, was einem „mittleren Risiko“ entspricht.
Bereits vor einer Woche meldete die Behörde, dass bereits zurückgerufene Milch wieder in den Handel gelangt war. Ein Fehler in der Vertriebskette im Ausland führte dazu, dass nicht-konforme Produkte in den Handel gelangten. Die Meldung betraf die 800-Gramm-Pudermilch-Einheit „PROfutura 1“ mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum vom 4. Juni 2027, der Lot-Nummer 20270604 und dem Barcode 8718117612352.
Bei dem Rückruf handelt es sich um eine Aktualisierung einer älteren Rückrufaktion. Bereits im vergangenen Januar und Februar waren rund 50 Säuglingsmilchprodukte zurückgezogen worden.
Die vollständige Liste der zurückgerufenen Säuglingsnahrung wird auf dem Portal für Lebensmittelsicherheit laufend aktualisiert. (WiR/les)
Bacillus cereus
Bacillus cereus kann Lebensmittelvergiftungen auslösen, deren Symptome von der Art des Toxins abhängen. Das Bakterium ist hitzebeständig und kann normale Kochtemperaturen überleben. Typische Beschwerden treten in zwei Formen auf: Brechreiz, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und manchmal leichter Durchfall, meist 30 Minuten bis sechs Stunden nach dem Verzehr kontaminierter Lebensmittel; wässriger Durchfall, Bauchkrämpfe und seltener Übelkeit, meist 6 bis 24 Stunden nach dem Verzehr kontaminierter Lebensmittel.
Erbrechen und Durchfall können zu einer schnellen Dehydrierung führen, was für Säuglinge besonders gefährlich sein kann. Betroffene sollen bei Symptomen umgehend einen Arzt aufsuchen, dem sie den Verzehr des Produktes melden.