Iran-Krieg

Außenminister Bettel: Evakuierung kostete den Staat 410 Euro pro Person

Hunderte Menschen wurden von der Luxemburger Regierung in den vergangenen Tagen aus der Krisenregion rund um den Persischen Golf ausgeflogen. Wie viel hat das den Staat gekostet? Außenminister Bettel zieht Bilanz.

Erste Evakuierte kommen am Flughafen Findel an, Außenminister Bettel informiert über Rückführungen am Freitag

Die ersten Evakuierten kommen am vergangenen Donnerstag am Findel an. An diesem Freitag berichtete Außenminister Bettel von den Rückführungen.

Es waren bewegende Szenen, als der erste Flieger mit Evakuierten am Donnerstag vor einer Woche auf dem Luxemburger Flughafen ankam. Insgesamt brachte der Flieger der ägyptischen Airline Nesma 96 Menschen zum Findel. Der Jet war zuvor in Maskat in Oman gestartet und flog von dort aus mit einem Tankstopp in Kairo nach Luxemburg.

Die Menschen, die am Findel von ihren Verwandten empfangen wurden, waren größtenteils Reisende aus Dubai. Mit Bussen waren sie zuvor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in Oman gebracht worden, weil die Flughäfen in Dubai und Abu Dhabi als zu unsicher galten.

Nach dem ersten Flieger folgten weitere Jets. Zum Einsatz kamen auch Maschinen von Luxair. Und auch Militärflieger der MRTT-Staffel waren im Einsatz, genauso wie die Militärtransporter der luxemburgisch-belgischen A400M-Staffel. Eine Luxemburger A400M-Besatzung flog Anfang der Woche dann sogar Dubai an.

Organisiert hatte die Rückhol-Aktionen vor allem das Luxemburger Außenministerium. An diesem Freitag zieht Außenminister Xavier Bettel (DP) Bilanz – und berichtet auch erstmals, wie teuer die Evakuierung war.

Evakuierung kostete 710.000 Euro

Demnach schätzt das Außenministerium die Kosten der Operation bis jetzt auf 710.000 Euro. Der Luxemburger Staat muss davon aber nur 226.000 Euro tragen. Der Rest – 532.000 Euro – wird von der EU-Kommission erstattet, oder von anderen Ländern, deren Bürger an Bord der Luxemburger Evakuierungsflieger waren.

Insgesamt seien bis jetzt „mehr als 550 Passagiere“ evakuiert worden, sagt Bettel. Davon 136 mit den Militärjets der Multinationalen MRTT-Flotte und 36 mit einem A400M. Drei Mitarbeiter des Außenministeriums seien in die Region gereist, um den Menschen vor Ort zu helfen. 110 Reisende seien noch immer in den Emiraten.

Insgesamt hätten die Rückführungen für die Reisenden aus Luxemburg demnach nur 410 Euro pro Person gekostet. Pro Luxemburger Steuerzahler seien das 50 Cent, sagt Bettel.

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5 Kommentare
JJ 24.03.202611:14 Uhr

Angeblich sind wir der Staat. Das war doch selbstverständlich dass wir unsere Leute heimholen. Wer es sich leisten kann Meteoriten anzubohren oder einem Großen Herzog eine fette Party zu schmeißen, weil er seinen Anspruch auf einen nutzlosen Thron geltend macht,der kann auch seine Mitbürger retten.Ohne ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen indem man ihnen die Rechnung präsentiert.Aber wenns dem Image dient,warum nicht.

Macpin 15.03.202607:45 Uhr

En deen an enger Diktatur Vakanz mecht muss domadder rechnen

Wirtor 14.03.202623:20 Uhr

Aus welchem Budget-Posten kann der Staat so einfach 710.000 Euros locker machen?

Sacki 13.03.202620:14 Uhr

Alles mit wiederum mit Steuergeldern finanziert,
ob diese von Bettel genannte Summe glaubhaft sein sollte,
stellt man sich manche Frage, wenn es so gewesen ist dann könnte
jeder"Zurückgeholter" trotzdem seinen kleinen Beitrage leisten.
Trotzdem eine Vorwarnung zum Reisen in diese Länder wäre
schon notwendig gewesen.

Guy Mathey 13.03.202619:11 Uhr

Freuen wir uns doch einfach mal, dass die Rückholaktion so gut gelungen ist und alle Betroffenen mit einem Schrecken davon gekommen sind. Schuld an der Lage vor Ort trägt nicht Xavier Bettel, die geht exklusiv auf die Konten der beiden Verbrecher Trump und Netanjahu.

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