Iran-Krieg

„Ich bin froh, wieder Luxemburger Boden unter den Füßen zu haben“ – Zwei Jets mit Evakuierten sind gelandet

Endlich zu Hause: Die ersten Luxemburger, die aus der Krisenregion am Persischen Golf evakuiert wurden, sind auf dem Findel gelandet.

Der Nesma-Jet mit den Evakuierten ist am Donnerstagmittag um 13.50 Uhr auf dem Findel gelandet

Der Nesma-Jet mit den Evakuierten ist am Donnerstagmittag um 13.50 Uhr auf dem Findel gelandet Fotos: Hervé Montaigu, Tun Stemper

„Ich bin froh, dass ich wieder Luxemburger Boden unter den Füßen habe“, sagt Joe Lammers. Er gehört zur ersten Gruppe von Menschen, die die Luxemburger Regierung aus der Krisenregion am Persischen Golf ins Großherzogtum zurückgebracht hat. Es ist Donnerstag, 14.20 Uhr, und Lammers steht umringt von Journalisten in der Empfangshalle am Findel.

Kurz zuvor waren er und 96 weitere Evakuierte aus dem A320 der ägyptischen Airline Nesma gestiegen. Die Luxemburger Regierung hatte den kompletten Jet gechartert, um Leute mehr oder weniger direkt aus dem Oman nach Luxemburg zu bringen. Am Morgen war der Jet in Muscat gestartet, in Kairo gab es eine Zwischenlandung zum Auftanken. Um 13.50 Uhr setzte der Jet schließlich auf der Landebahn in Luxemburg auf.

Ich hatte keine Angst

Joe Lammers

Evakuierter

„Ich hatte keine Angst, ich wusste, dass alles organisiert ist und der Luxemburger Staat nichts macht, was nicht sicher ist“, sagt Lammers. Dabei hat er eine kleine Odyssee hinter sich. Er ist einer der 320 Menschen, die sich aus den Vereinigten Arabischen Emiraten über das Lama-Portal beim Außenministerium für eine Evakuierung registriert hatten.

Nur: Der Luftraum über den Emiraten gilt noch immer als risikobehaftet, nur einige wenige Airlines konnten seit Kriegsausbruch von Dubai aus starten. Die Luxemburger Regierung entschließt sich deshalb, die Menschen, die sich rund um die Metropolen Dubai und Abu Dhabi befinden, erst mit Bussen ins Nachbarland Oman zu bringen. Von der omanischen Hauptstadt Muscat ist der Flugbetrieb möglich.

Nervenkrieg an der Grenze

Aber die Grenze zwischen den Emiraten und dem Oman kostet die Evakuierten offenbar noch mehr Nerven. „An der Grenze gab es relativ viel Wartezeit“, sagt Lammers. 30 Dirham – sieben Euro – kostete die Gebühr, die Emirate zu verlassen. Ein anderer Ankommender ist von der „Grenzerfahrung“ sichtlich traumatisiert, berichtet von zeitweise verschwundenen Pässen, Soldaten und zig Kontrollen.

Auch Anabela Lopes ist der Grenzübertritt zwischen den Emiraten und dem Oman in Erinnerung geblieben. „Es hat vier Stunden für die zwei Grenzposten gedauert“, sagt sie. „Und man muss ruhig bleiben.“ 48 Stunden lang hat Lopes keinen Schlaf bekommen – und keinen Kaffee, wie sie betont. „Es war nur Stress pur“, sagt sie.

Aber sie ist froh, aus Dubai raus zu sein. „Ich habe eine Rakete gesehen, wie sie abgeschossen wurde. Und ich habe das Krachen gehört, die Alarme bekommen. Ich bin schockiert, über das, was ich gesehen habe.“

Endlich zu Hause: Evakuierte in der Empfangshalle vom Luxemburger Flughafen

Endlich zu Hause: Evakuierte in der Empfangshalle vom Luxemburger Flughafen Foto: Editpress/Tun Stemper

Zweiter Evakuierungsflug um 18.45 Uhr gelandet

Am Donnerstagabend ist ein zweiter Evakuierungsflug in Luxemburg angekommen. Diesen hat die Luxemburger Airline Luxair selbst übernommen. Mit dem Flug, der im ägyptischen Hurghada gestartet ist, sind 104 Personen nach Luxemburg gebracht worden, darunter sieben Kleinkinder unter zwei Jahren. Es sind die Menschen, die am Mittwoch aus Muscat nach Ägypten ausgeflogen wurden.

„Ich bin froh, wieder Luxemburger Boden unter den Füßen zu haben“ – Zwei Jets mit Evakuierten sind gelandet

Grafik: Tageblatt

Kleine Geste der Solidarität vom Luxemburger Flughafen: Familien und Angehörige von Evakuierten müssen am Donnerstag keine Parkgebühren bezahlen. „Die Leute wollen nach Hause, wir wollen es nicht unnötig kompliziert machen“, hieß es vom Flughafen.

„Ich bin daheim, ich bin wieder da“, sagt Anabela Lopes. „Jetzt gehe ich mal eine rauchen und eine Cola trinken – da hinten haben wir nur Pepsi bekommen.“

Militärflugzeug aus dem MRTT-Pool für Luxemburg im Einsatz

Der MRTT-Airbus bei den Luxembourg Defence Open Air Days im Jahr 2024

Der MRTT-Airbus bei den Luxembourg Defence Open Air Days im Jahr 2024 Foto: Editpress-Archiv/Julien Garroy

Das Außenministerium hat am Donnerstag mitgeteilt, dass auch ein „MRTT-Flugzeug“ an den Evakuierungsmissionen für Luxemburg teilnimmt. „MRTT“, das heißt „Multi-Role Tanker Transport“. Die umgerüsteten Airbusse A330 können sowohl als Tankflugzeug andere Flieger betanken als auch für Truppentransporte oder Evakuierungen genutzt werden.

Die MRTT-Einheit ist ein multinationaler Verband mit Sitz im niederländischen Eindhoven. Neben Luxemburg machen auch Deutschland, Belgien, die Niederlande, Norwegen und Tschechien mit. Die Kosten für Anschaffung und Betrieb werden gemeinsam getragen, jedem Land steht dafür ein Stundenkontingent zur Verfügung, in dem die Maschinen genutzt werden können.

Laut Außenministerium wurde ein MRTT-Flugzeug für die Evakuierungsmissionen in Hurghada stationiert. Der Jet soll von dort nach Muscat fliegen, um weitere Luxemburger Passagiere aufzunehmen. Auch Luxair hat ein weiteres Flugzeug nach Hurghada geschickt, es soll ebenfalls nach Muscat aufbrechen.

Laut einer Mitteilung von Dienstagabend sollen insgesamt 600 Reisende zurückgeholt werden.

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Der Nesma-Jet ist auf dem Findel gelandet

© Foto: Editpress/Hervé Montaigu

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Bewegende Momente: Die Evakuierten werden in der Empfangshalle von ihren Angehörigen empfangen

© Foto: Editpress/Hervé Montaigu

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Bei der Begrüßung fließen Tränen

© Foto: Editpress/Hervé Montaigu

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Viele der Reisenden haben eine Odyssee hinter sich ...

© Foto: Editpress/Hervé Montaigu

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... und sind froh, wieder zu Hause zu sein.

© Foto: Editpress/Hervé Montaigu

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Auch Verteidigungs- und Transportministerin Yuriko Backes (DP) gehörte zum Begrüßungskomitee am Flughafen

© Foto: Editpress/Hervé Montaigu

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1 Kommentare
Manfred Reinertz Barriera 05.03.202615:02 Uhr

Dann wurde ja auch einmal etwas genutzt, für das wir ja auch bezahlt haben…

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