Iran-Krieg

Bettel: Hunderte Luxemburger in der Konfliktregion, Evakuierung hoffentlich am Mittwoch oder Donnerstag

Luxemburg plant die Evakuierung von über 300 Staatsbürgern aus der Konfliktregion am Persischen Golf. Außenminister Xavier Bettel kündigt mögliche Flüge ab Mittwoch oder Donnerstag an – trotz gesperrtem Luftraum und komplexer Sicherheitslage in den Emiraten und Nachbarstaaten.

Luxemburgs Außenminister Xavier Bettel bei einer internationalen Konferenz im Anzug und mit Mikrofon

Luxemburgs Außenminister Xavier Bettel Archivfoto: AFP

Außenminister Xavier Bettel (DP) hat in der Chamber am Dienstagnachmittag von den Bemühungen der Regierung berichtet, Luxemburger aus der Region am Persischen Golf zu evakuieren. Seit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran ist der Luftraum dort weiträumig gesperrt, iranische Geschosse haben unter anderem auch die Vereinigten Arabischen Emirate erreicht.

In eben diesen Emiraten sitzen laut Bettel 320 Luxemburger fest. Im benachbarten Oman seien es 29, in Saudi-Arabien 19 und in Katar 16. „Ich könnte die Liste noch weiterführen“, sagte Bettel vor dem Parlament. Dies seien die Menschen, die sich beim Außenministerium über die dafür vorgesehene Plattform LamA gemeldet hätten.

Der Wunsch von Bettel und „einer Reihe anderer europäischer Länder“: ein Waffenstillstand von 48 Stunden, der ermögliche, alle Evakuierungen „ohne Risiko zu organisieren“, über „die Straße oder die Luft“.

Reisende vielleicht „nicht ganz happy“

Die Chance, dass Flüge direkt von den Metropolen Abu Dhabi oder Dubai in Richtung Luxemburg starten könnten, schätzt Bettel bis dahin als relativ klein ein. Wahrscheinlicher sei, dass ein Transport aus den Emiraten per Straße in den Oman organisiert würde. Von der Hauptstadt Muskat könnte dann bestenfalls am Mittwochnachmittag ein Flugzeug in Richtung Europa starten. Bettel weist darauf hin, dass die Fahrt in den Oman fünf Stunden dauere, an der Grenze könnten zudem Wartezeiten von zwei bis fünf Stunden auftreten. „Wir verlangen da auch Flexibilität“, sagt Bettel. Es werde da auch Leute geben, die „nicht ganz happy“ sein würden. „Ich bin ganz ehrlich: Nicht jeder kann einen Riesenkoffer mitnehmen.“

Zur Diskussion steht offenbar ebenfalls die Evakuierung über den Flughafen von Riad. Um von den Vereinigten Arabischen Emiraten in die saudi-arabische Hauptstadt zu gelangen, ist allerdings eine fast eintägige Fahrt nötig. Zudem bestehe laut Bettel ein gewisses Sicherheitsrisiko, da sich in der Nähe des Flughafens von Riad offenbar „amerikanische Infrastruktur“ befinde.

Ministerium sucht Maschine

Ob die Evakuierung am Mittwoch oder am Donnerstag möglich wird, sei noch nicht klar, sagt Bettel. Das Außenministerium nehme „überall“ Kontakt auf, um ein Flugzeug zu finden, „wenn nicht für morgen, dann für übermorgen“. Derzeit bestehe eine „hohe Nachfrage“.

Die Maßnahmen betreffen ausdrücklich nicht nur Luxair-Kunden, sagt der Außenminister. Die Airline selbst will aber zudem einen Flieger in die Nähe des Krisengebiets bringen, um dann – falls eine Landung möglich ist – innerhalb von zwei Stunden vor Ort sein zu können.

Zudem stünde die Luxemburger Regierung mit der belgischen in Kontakt, um sich zu koordinieren oder über bestimmte Mechanismen auf Ressourcen wie den Militärflieger A400M zurückzugreifen.

>
0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Kulturerbe Colmar-Berg

Geschützte Gebäude sind keine heiligen Kühe