COP31
Vor UN-Konferenz in Antalya: Luxemburger Klimaschützer fordern mehr Engagement von der Politik
Wenige Tage vor Beginn der COP31 in Antalya fordern Luxemburger Umweltorganisationen und Jugenddelegierte ehrgeizigere Klimaziele. Im Mittelpunkt stehen ein schnellerer Ausstieg aus fossilen Energien und mehr Geld für Klimaprojekte.
Votum Klima kritisierte Mitte Oktober mit einer Aktion vor der Chamber die Klimapolitik der Regierung Foto: Editpress/Julien Garroy
Kaum ist die Weltnaturkonferenz COP17 beendet, richtet sich der Blick bereits auf die nächste internationale Großveranstaltung zum Umwelt- und Klimaschutz. Die UN-Klimakonferenz COP31 findet vom 9. bis zum 20. November in der türkischen Stadt Antalya statt.
Wenige Tage vor Beginn der Veranstaltung fordern Umweltorganisationen und Jugendvertreter von der Luxemburger Regierung ehrgeizigere Klimaziele, einen rascheren Ausstieg aus fossilen Energien und mehr Geld für die Klimafinanzierung. Vertreter von Votum Klima, einem Zusammenschluss von 25 luxemburgischen NGOs, und die „Climate Youth Delegates“ stellen im Vorfeld der Konferenz ihre Position klar.
Votum Klima: Staatliche Beihilfen für fossile Energien offenlegen
Das Land müsse mit gutem Beispiel vorangehen, so Votum Klima. „Die Zeit der 'glaubwürdigen Pfade' und der Strategien ohne konkrete Zahlen ist vorbei. Jedes Zehntelgrad zählt, und jedes Jahr des Zögerns fordert seinen Preis“, warnen die Naturschützer.
Das absehbare Scheitern beim 1,5-Grad-Ziel dürfe nicht als Rechtfertigung dienen, notwendige Klimaschutzmaßnahmen aufzuschieben. Luxemburg müsse insbesondere transparent die staatlichen Beihilfen für fossile Energien offenlegen und einen Zeitplan für deren Abschaffung ausarbeiten. Auf EU-Ebene müsse der Fahrplan konkret in politische Maßnahmen umgemünzt werden.
Luxemburger Klima-Investitionen unter „gerechtem Anteil“
Die im Staatsbudget vorgesehenen Klima-Investitionen von 320 Millionen Euro für den Zeitraum 2026 bis 2030 rechnen die Organisationen der Regierung positiv an. Allerdings sei das bei weitem nicht ausreichend. Nach Berechnungen der Entwicklungsorganisation ASTM liegt Luxemburgs „gerechter Anteil“ bei mindestens 600 Millionen Euro pro Jahr.
320 Millionen Euro
Diese Summe ist für den Zeitraum von 2026 bis 2030 im Staatshaushalt für Klima-Investitionen vorgesehen
Ferner fordert Votum Klima, dass sich Luxemburg bei der COP31 für Menschenrechte, Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie die Rechte indigener Völker einsetzt. Der Ausstieg aus fossilen Energien müsse nach Ansicht von Votum Klima sozial gerecht verlaufen. Vertreter von Votum Klima werden die Konferenz in Antalya vor Ort begleiten.
„Climate Youth Delegates“: Solaranlagen an Schulen im Land anbringen
Auch die luxemburgischen „Climate Youth Delegates“ werden zur COP31 reisen. Bei der Weltklimakonferenz vertreten sie die Interessen junger Menschen aus dem Großherzogtum.
Im Vorfeld der COP31 fordern die Jugenddelegierten die luxemburgische Regierung dazu auf, ihr Engagement für die Klimawende auf nationaler und internationaler Ebene zu verstärken. Konkret sollen die „Climate Finance Days“ nach Ansicht der Jugendvertreter als landesweite Veranstaltung etabliert werden. Außerdem fordern die Jugendvertreter, luxemburgische Schulen mit Solaranlagen auszustatten.Befragung von 150 jungen Menschen
Die Regierung solle sich zudem für den Erhalt des Emissionshandels und des CO₂‑Ausgleichsmechanismus einsetzen. Die Einnahmen sollten genutzt werden, um Klimaprojekte in Partnerländern zu finanzieren. Des Weiteren soll der Fokus auf Zusammenarbeit und konkrete Lösungen gelegt werden.
„Es geht darum, über bloße politische Zusagen hinauszugehen und die praktische Umsetzung von Lösungen vor Ort zu beschleunigen“, betonen die Jugenddelegierten. Klimaschutzambitionen müssten mit konkreten Maßnahmen und der Teilhabe junger Menschen einhergehen. Den Forderungen liege eine Befragung von mehr als 150 jungen Menschen in Luxemburg zugrunde, so die „Climate Youth Delegates“ weiter.