Biodiversität
Ist das Artensterben noch zu stoppen?
Der Verlust der Artenvielfalt schreitet voran. Die Ursachen dafür sind bekannt, doch die Weltgemeinschaft liegt bei keinem ihrer Naturschutzziele für 2030 im Zeitplan. Nun wurde in der armenischen Hauptstadt der Jerewan-Pfad beschlossen. Derweil ist einer der großen Kämpfer gegen das Artensterben verstorben.
Insekten- und Schmetterlingsforscher Josef Settele auf der Pirsch, bei Godramstein Foto: Björn Kray Iversen/IDW
Mindestens acht Millionen Arten leben auf der Erde, jede achte droht auszusterben. Ganze Ökosysteme drohen zu kippen. Einer, der dem Artensterben den Kampf angesagt hatte, war Josef Settele. Geboren und aufgewachsen in Marktoberdorf im Allgäu, wurde er zu einem der weltweit bekanntesten Artenschützer. Vor einigen Jahren war er als Gast des „Mouvement écologique“ und dessen Partnerorganisationen für einen Vortrag nach Luxemburg gekommen.
Als Agrarökologe war Settele unter anderem für das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle tätig und belegte zum Beispiel den Zusammenhang von Klimawandel und Biodiversitätsverlust. Ersterer verstärkt den Zweitgenannten, während die Biodiversität als Puffer gegen den Klimawandel dient, als eine Art Lebensversicherung. Der Klimawandel bestimmt, wie die Lebensbedingungen für alle kommenden Menschen auf diesem Planeten sein werden“, erklärt Settele. „Der Erhalt der Biodiversität aber bestimmt, ob wir überhaupt überleben.“