40 Jahre Risikoreaktor

Neue Studie zeigt, dass Cattenom kaum gegen Drohnenangriffe geschützt ist

Der erste Reaktorblock ging am 13. November 1986 in Betrieb, ein halbes Jahr nach der nuklearen Katastrophe von Tschernobyl. Immer wieder kam es zu Zwischenfällen. Neue Gefahren sind hinzugekommen, etwa Drohnenangriffe oder gezielte Flugzeugabstürze. Die Proteste gegen das AKW von Cattenom sind mindestens so alt wie das Kernkraftwerk selbst.

Trügerische Idylle: Ein Kühlturm des AKW Cattenom

Trügerische Idylle: Ein Kühlturm des AKW Cattenom Foto: Editpress/Julien Garroy

Eine Gruppe von Greenpeace-Aktivisten hat sich vor gut einer Woche mit Bannern vor dem Atomkraftwerk Cattenom versammelt. Sie protestieren anlässlich des bevorstehenden 40. Jahrestags von Cattenom 1 gegen die Verlängerung der Laufzeit und fordern die Abschaltung des Reaktors. Anfang 2027 soll dieser für die vierte Zehnjahresinspektion etwa sechs Monate lang abgeschaltet werden. „Diese Maßnahmen können zwar die Sicherheit verbessern“, so die Atomkraftgegner, „grundlegende Schwächen der ursprünglichen Bauweise jedoch nicht vollständig beheben.“ Wenige Tage zuvor stellte Greenpeace Luxemburg eine neue Studie zu den Risiken des Reaktors Cattenom 1 vor. Die anderen drei Reaktoren sind zurzeit u.a. wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet.

Die Physikerin Oda Becker, Expertin der International Nuclear Risk Assessment Group und Vorsitzende der Atom- und Strahlenschutzkommission des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), nennt in ihrem Bericht erhebliche Mängel an dem Risikoreaktor. Sie stützt sich vor allem auf Inspektionsberichte und Meldungen von Ereignissen der französischen Atomaufsicht ASNR aus den vergangenen zehn Jahren und dokumentiert Sicherheitsdefizite beim Schutz vor Erdbeben und anderen Gefahren sowie bezüglich des Alters der Anlage.

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