Hitzewellen im Juni und Juli

Übersterblichkeit ist in Luxemburg geringer als in Nachbarländern

Die Übersterblichkeit in Luxemburg lag in den vergangenen Monaten in manchen Wochen bei 35 bis 40 Prozent. Am höchsten war sie während der ersten Hitzewelle Ende Juni, am meisten betroffen waren ältere Menschen über 85 Jahre. Im Vergleich zu den Nachbarländern war die Übersterblichkeit in Luxemburg jedoch vergleichsweise gering.

Ende Juni stiegen die Temperaturen in Luxemburg auf fast 40 Grad

Ende Juni stiegen die Temperaturen in Luxemburg auf fast 40 Grad Foto: Editpress/Julien Garroy

Die Hitze der vergangenen Monate hat sich in den Wochen mit besonders hohen Temperaturen auf die Sterberate in Luxemburg ausgewirkt, allerdings weit weniger stark als in den Nachbarländern Belgien, Deutschland und Frankreich. Das geht aus den Aufzeichnungen von Euromomo („European Mortality Monitoring“) hervor, das dem dänischen „Statens Serum Institut“ untersteht und vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und der Weltgesundheitsorganisation WHO unterstützt wird.

Insbesondere während der ersten Hitzewelle in der letzten Juniwoche (Woche 26) und der ersten Woche im Juli (Woche 27), als an der Wetterstation am Findel Temperaturen von bis zu 38 Grad gemessen wurden, lag die Zahl der Sterbefälle in Luxemburg 35 bis 43 Prozent über der von Euromomo berechneten Zahl der erwarteten Todesfälle – eine „Baseline“, die aufgrund von Durchschnittswerten der letzten Jahre unter Berücksichtigung bestimmter Faktoren ermittelt wird.

In absoluten Zahlen sind in der Woche vom 22. bis 28. Juni 101 (statt der erwarteten 75) und in der Woche vom 29. Juni bis 5. Juli 106 (statt der erwarteten 74) Menschen gestorben. Am meisten betroffen von Übersterblichkeit waren mit 50 Prozent Personen über 85 Jahre, unter den 75- bis 84-Jährigen war sie mit 40 Prozent etwas weniger hoch.

Peak Ende Juni

Schon im Mai (Woche 19 und 22) lag die Übersterblichkeit 20 bis 22 Prozent über der Baseline. Mitte Juli (Woche 29) war das mit 24 Prozent erneut der Fall, bei Menschen über 85 lag sie in der Woche sogar bei über 50 Prozent. Für die beiden letzten Juliwochen seien wahrscheinlich noch nicht alle Todesfälle verfügbar, teilte das Gesundheitsministerium auf Nachfrage mit.

Um die Übersterblichkeit zu messen, ermittelt Euromomo den standardisierten „Z-Score“, der in Luxemburg in diesem Sommer bislang nicht über 3,07 hinausging und damit unter dem Wert blieb, den die Organisation als „deutlichen Anstieg“ bezeichnet. In Deutschland stieg der Z-Score in der zweiten Junihälfte (Woche 25 und 26) allmählich auf über neun, in Frankreich auf fast 13,9, in Belgien sogar auf über 14. In Belgien und Deutschland sank er erst im Laufe von Woche 27 wieder unter den Schwellenwert des deutlichen Anstiegs ab.

Übersterblichkeit ist in Luxemburg geringer als in Nachbarländern
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